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Verwirrung um Staudinger-Ausbau
Verwirrung um Staudinger-Ausbau29.10.2009, 18:07 Uhr
Das Kohlekraftwerk Staudinger im hessischen Großkrotzenburg bei Hanau soll ausgebaut werden. Bürgerinitiativen in der Umgebung sind dagegen; jetzt sorgte ein Zeitungsbericht über die Zukunft der Ausbaupläne für VerwirrungNeben Biblis erzeugt Staudinger einen Großteil des Stroms, der in Hessen benötigt wird. Nach dem geplanten Ausbau wäre Staudinger eines der größten konventionellen Kraftwerke der Welt. Kritiker werfen dem Betreiber E.ON vor, die Belastungen durch Emissionen im Umfeld des Kraftwerks weiter zu erhöhen.Block Sechs sorgt für Ärger
Die Streitigkeiten zwischen Betreiber und Bürgerinitiativen sind nicht neu; sie gehen über dreißig Jahre zurück und waren bei jeder Ausbaustufe des Kraftwerks Gegenstand von Diskussionen. Besonders die Gemeinde Hainburg, die dem Kraftwerk direkt auf der anderen Seite des Mains gegenüberliegt, hat eine stattliche Anzahl an Gegnern des Ausbaus hervorgebracht.
Nicht alle Anwohner sind gegen den Ausbau
Dabei teilen längst nicht alle Anwohner die Bedenken der Bürgerinitiativen. So ist es zwar korrekt, dass E.ON mit Block sechs sehr viel mehr Kohle verbrennen wird als zuvor. Dafür sollen aber ältere und umwelttechnisch rückständige Kraftwerksteile abgeschaltet werden. Viele Anwohner, die mit dem Kraftwerk Staudinger aufgewachsen sind, können allerdings weder gesundheitliche noch sonstige Beeinträchtigungen feststellen. Moderne Filteranlagen haben schon vor Jahrzehnten das Problem des Kohlestaubs in der Umgebung weitgehend beendet, und das neue überdachte Kohlelager dient ebenfalls der Verminderung von Staubentwicklung.
Macht E.ON einen Rückzieher?
In einem Zeitungsbericht hat E.ON nun vor einigen Tagen überraschend angekündigt, die Ausbaupläne aufgrund sinkender Stromnachfrage überprüfen zu wollen. Daher war die Verwirrung sowohl bei den Gegnern als auch bei der hessischen Landesregierung groß. E.ON hat inzwischen aber klargestellt, dass am Ausbau von Staudinger festgehalten werde. Fortgesetzte wirtschaftliche Überprüfungen eines solchen Milliardenprojektes seien aber selbstverständlich, so eine Sprecherin des Stromkonzerns.
