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Erdwärme: Panne bei Bohrung in Wiesbaden

Erdwärme: Panne bei Bohrung in Wiesbaden07.11.2009, 14:09 Uhr

Dem hessischen Finanzminister steht das Wasser bis zum Hals: Bei einer Probebohrung für Erdwärme wurde versehentlich eine Wasserblase angebohrtDas Projekt sollte zukunftsweisend sein. Bei der Erweiterung des hessischen Finanzministeriums um ein neues Gebäude sollte nach den Standards für Passivhäuser verfahren werden. Unter anderem soll der Neubau mit Wärme aus dem Erdinneren, der sogenannten Geothermie, versorgt werden. Hierfür sind sehr tiefe Bohrungen notwendig. Bei einer Probebohrung kam es nun zu Liquiditätsproblemen ganz besonderer Art.

Bohrung in der Innenstadt
Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden ist für ihre zahlreichen Mineralwasserquellen bekannt. Daher hat es viele Anwohner schon vorher in Sorge versetzt, dass in einem Gebiet mit derartigen geologischen Voraussetzungen überhaupt eine Bohrung nach Erdwärme genehmigt wurde. Die vorher mit dem Projekt betrauten Experten hatten allerdings stets versichert, dass nichts passieren könne.

Unerwarteter Druck
Was genau angebohrt wurde, ist derzeit noch unklar. Es kann sich sowohl um eine Quelle handeln, als auch um eine Wasserblase oder Grundwasser. Ungewöhnlich ist der hohe Druck, mit dem das Wasser über viele Stunden aus dem Erdreich gesprudelt ist und Teile der Wiesbadener Innenstadt überflutet hat. Als Gegenmaßnahme wurden erhebliche Mengen Beton in das Bohrloch gepumpt. Dennoch konnte der Wasserfluss damit nicht ganz gestoppt werden, da das Wasser sich andere Wege suchte. Durch die erheblichen Mengen an Schlamm und Beton, die dadurch in die Kanalisation geschwemmt werden, befürchten einige Fachleute Konsequenzen für die Wiesbadener Heilquellen und Wasserqualität.

Auswirkungen auf andere Projekte
Erdwärme gilt als erneuerbare Energie und wird bei vielen großen Bauprojekten immer öfter in Erwägung gezogen, zuletzt auch beim Frankfurter Flughafen. Auch hier haben Anwohner Bedenken über die Folgen einer Tiefenbohrung geäußert. Ob der Vorfall in Wiesbaden nun Auswirkungen auf andere Geothermie-Projekte hat, ist derzeit noch unklar.



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