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Risse in Gebäuden: Altstadt von Staufen hebt sich nach Geothermie-Bohrung
Risse in Gebäuden: Altstadt von Staufen hebt sich nach Geothermie-Bohrung15.11.2009, 15:14 Uhr
Im September 2007 wurde im Rahmen einer Sondierung für Geothermie mit Bohrungen in Staufen (Breisgau) begonnen. Seitdem hebt sich die Altstadt jeden Monat um einen Zentimeter an. Jetzt wird versucht, den Grundwasserspiegel abzusenken.Die Bewohner von Staufen sind bestürzt über die Geschwindigkeit, mit der sich die Risse in der ganzen Altstadt ausbreiten. Einige der knapp 230 betroffenen Gebäude sind schon jetzt nicht mehr zu retten und müssen vermutlich abgerissen werden. Ursache für die ungewöhnliche Anhebung ist das Eindringen von Grundwasser in sogenannte Anhydritschichten, die beim Kontakt mit Wasser stark aufquellen.Fehler bei der Bohrung?
Der Bürgermeister von Staufen, Michael Benitz, macht die Bohrfirma für die Schäden verantwortlich. Laut eines Gutachtens, auf das sich der Politiker beruft, seien die Bohrlöcher nur unzureichend und mit einem falschen Zement abgedichtet worden. Das Geologische Landesamt, das für das Gutachten verantwortlich ist, hat diese klare Schuldzuweisung bislang nicht unterstützt. Allerdings seien die Grundannahmen im Gutachten auch nicht widerlegt worden. Diese Grundannahmen besagen, dass die Sondierungsbohrungen nicht richtig abgedichtet wurden und Wasser an unerwarteten Stellen vorgekommen ist.
Stadt will gegen Bohrfirma klagen
Obwohl der letzte wissenschaftliche Beweis noch aussteht, so sieht der Bürgermeister die Bohrfirma dennoch in der Verantwortung, da alle Indizien dafür sprechen, so Benitz. Derzeit lässt die Stadt prüfen, ob eine Klage gegen die planende Firma sowie die ausführende Bohrfirma eingereicht wird. Letzte Gewissheit über die Schuldfrage soll es geben, wenn die seit Anfang November laufende Absenkung des Grundwassers erste Ergebnisse zeigt. Mit einem neuen technischen Verfahren sollen dann auch die Bohrlöcher saniert werden. In der Zwischenzeit aber leben die Einwohner mit den Rissen in ihren Gebäuden und der Ungewissheit, wie schlimm die Situation noch wird.
