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Das Phänomen der negativen Strompreise
Das Phänomen der negativen Strompreise07.12.2009, 16:32 Uhr
Negative Strompreise klingen zunächst gut. Dafür, dass man Strom abnimmt, bekommt man sogar noch Geld. Doch leider profitieren davon nur Stromhändler. Privaten Stromkunden könnten aufgrund dieses Phänomens sogar höhere Strompreise drohenDer Strom wird an der Strombörse gehandelt. Für eine Kilowattstunde wird ein bestimmter Preis gezahlt. Bestimmte Umstände können jedoch auch dazu führen, dass negative Strompreise an der Strombörse notiert werden.Windkraftanlagen verantwortlich für negative Strompreise?
Das Phänomen der negativen Strompreise hat seinen Ursprung in der Tat bei der Windenergie. Kommen bestimmte Faktoren zusammen, wie starker Wind und niedriger Stromverbrauch, kann sich das direkt auf die Strompreise auswirken, da das Angebot an Windenergie dann sprunghaft ansteigt. Regenerative Energien haben bei der Einspeisung in das öffentliche Netz Vorrang vor anderen Energieformen. Damit das Stromnetz aufgrund der großen Schwankung nicht zusammenbricht, müssen dann die Kohle- und Atomkraftwerke massiv ihre Leistung zurückfahren und überschüssiger Strom ins Ausland abtransportiert werden. Dieser Strom kann aufgrund mangelnden Bedarfs im Ausland nur noch abgesetzt werden, indem die Stromanbieter Geld draufzahlen. Das ist für die Betreiber der Kraftwerke günstiger, als sie komplett abzuschalten. In der Folge werden dann an der Strombörse negative Strompreise gezahlt.
Höhere Strompreise für Endkunden?
Zuletzt kam eine solche Situation Anfang Oktober vor, als starker Wind für ein Überangebot an Windkraft sorgte. Und es ist längst kein Einzelfall mehr. Für die Stromkunden könnten sich negative Strompreise aber auf ihre eigenen Stromtarife auswirken, denn die Kosten werden die Stromanbieter sich vermutlich langfristig vom Endkunden zurückholen. Experten fordern daher einen Stopp des Ausbaus weiterer Grundlastkraftwerke, die dieses Phänomen noch verstärken würden. Vielmehr sollte in Technologien zur Energiespeicherung investiert werden, damit sich negative Strompreise nicht im wahrsten Sinne des Wortes negativ auf die Verbraucher auswirken.
