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Stuttgart: Sonnensimulator geht in Betrieb
Stuttgart: Sonnensimulator geht in Betrieb15.03.2010, 15:06 Uhr
Um Solaranlagen zu entwickeln und zu testen, benötigt man Sonneneinstrahlung. Diese kann in Stuttgart jetzt mit einem Sonnensimulator erzeugt werdenSonnensimulator hilft bei TestprogrammenForscher der Universität Stuttgart haben den neuen Sonnensimulator nun in Betrieb genommen. Technisch handelt es sich dabei um 14 gigantische Halogenlampen, die im Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik der Universität Stuttgart zur Überprüfung und Weiterentwicklung von Sonnenkollektorsystemen dienen. Somit kann die Forschung an solchen Systemen nun auch unabhängig von äußeren Wetterbedingungen im Sonnensimulator stattfinden.
Unabhängig von Wetterbedingungen
Der Sonnensimulator kann deutschen Firmen dabei helfen, bei der Produktion von Solaranlagen wieder einen Spitzenplatz einzunehmen. Während die Forschung an solchen Projekten in Deutschland stets weit vorne ist, stammen die meisten Solaranlagen aus ausländischer Produktion. Produktzyklen zu verkürzen und neue Innovationen zu testen ist eine Aufgaben des Stuttgarter Sonnensimulators, der die Prüfkapazitäten deutlich erhöhen wird. Prinzipiell können die Anlagen zwar auch unter freiem Himmel getestet werden, doch ein langer Winter wie der diesjährige kann die Entwicklung von neuen Systemen um Monate verzögern.
Sonneneinstrahlung wird realistisch simuliert
Mit einer Strahlungsleistung von bis zu 1500 Watt pro Quadratmeter geben die 14 Metallhalogenid-Leuchten genügend Energie ab, um die Sonneneinstrahlung zu simulieren. Um das Lichtspektrum dem der Sonne möglichst ähnlich zu machen, sind spezielle Filter in den Sonnensimulator eingebaut, welche die Lampenstrahlung entsprechend anpassen. Die starke Wärmeentwicklung der Lampen wird durch ein Doppelscheibensystem abgemindert. Zwischen den Glasscheiben kühlt ein Luftstrom die Strahlungswärme herunter. Ein Computersystem ermöglicht auch die Simulation von Wolken. Insgesamt kostet der Sonnensimulator 1,2 Millionen Euro, die zum großen Teil vom Bundesumweltministerium getragen werden.
