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Stromanbieter EON darf weiter an Kraftwerk Datteln bauen
Stromanbieter EON darf weiter an Kraftwerk Datteln bauen24.06.2010, 13:31 Uhr
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit einem Antrag für einen Baustopp bei der zuständigen Bezirksregierung gescheitertInvestitionsrisiko für StromanbieterWie die Bezirksregierung Münster am Mittwoch mitteilte, ist der Antrag des BUND auf einen kompletten Baustopp am geplanten Steinkohlekraftwerk Datteln (NRW) abgelehnt worden. Der BUND berief sich dabei auf Gerichtsentscheidungen, die den Bebauungsplan für das umstrittene Projekt für ungültig erklärt hatten. Die Bezirksregierung betonte allerdings, dass der Weiterbau des Kraftwerks auf eigenes Risiko durch den Stromanbieter EON erfolge. Der gestrige Beschluss sei keine Vorwegnahme einer endgültigen Entscheidung über das Kohlekraftwerk. Somit liege das Investitionsrisiko vollständig bei EON. Der Stromanbieter hat bereits über 800 Millionen Euro in das Kraftwerksprojekt Datteln gesteckt.
Geldanlage oder Verlustgeschäft für Stromanbieter?
Erst vor einigen Wochen hatte EON erklärt, dass der Zeitplan beim Bau des Kohlekraftwerks voraussichtlich nicht eingehalten werden kann. Ursprünglich sollte das Steinkohlekraftwerk nächstes Jahr ans Netz gehen, wird aber nun frühestens im Jahr 2012 Strom liefern können. Ob das Projekt für den Stromanbieter zur lohnenden Geldanlage oder zum Groschengrab wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Bei einem Scheitern des Gesamtvorhabens drohen dem Energiekonzern hohe Verluste. Durch die politische Situation nach der Wahl in NRW wird diese Unsicherheit noch verstärkt, denn die SPD setzt auf moderne Kohlekraftwerke, während die Grünen als möglicher Koalitionspartner der beabsichtigten Minderheitsregierung diese Technologie ablehnen.
