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Stromanbieter EON von Bürgerinitiative angezeigt
Stromanbieter EON von Bürgerinitiative angezeigt21.07.2010, 16:23 Uhr
Das Kohlekraftwerk Staudinger ist der Bürgerinitiative schon lange ein Dorn im Auge. Nach dem Zwischenfall im Kohlelager folgte nun eine Strafanzeige gegen EONStromanbieter: Weder Feuer noch Glühen im KohlelagerNicht nur der Stromanbieter bekommt den Zorn der Bürgerinitiative zu spüren, sondern auch das Regierungspräsidium Darmstadt und der Katastrophenschutz des Main-Kinzig-Kreises, die alle angezeigt wurden. Der Sprecher der BI, Schwab-Posselt, spricht gar von einem drohenden Super-GAU, was angesichts der Tatsachen jedoch reichlich übertrieben scheint. Anfang Juli war es aufgrund hoher Außentemperaturen im Kohlelager des Kraftwerks Staudinger zu einem Ausgasen gekommen, das von der Bevölkerung als Dieselgestank wahrgenommen wurde. Diese Geruchsbelästigung war zwar unangenehm, aber nicht gefährlich, betont sowohl der Stromanbieter als auch die Stadt Hanau und das RP Darmstadt. Ferner habe die Kohle weder gebrannt noch geglüht, so eine Sprecherin von EON zu dem Vorfall.
Bürgerinitiative schießt übers Ziel hinaus
Auch die Hanauer Feuerwehr, die anlässlich des Vorfalls zum Kraftwerk gerufen worden war, um die Werksfeuerwehr zu unterstützen, hat lediglich eine Geruchsbelästigung feststellen können. Erhöhte Schadstoffwerte in der Luft seien nicht gemessen worden. Das Regierungspräsidium konnte dem Stromanbieter nach einer Besichtigung ebenfalls keine Unregelmäßigkeiten vorwerfen. Die Bürgerinitiative spricht hingegen von unzureichender Brandschutzvorsorge und einer im Nachhinein von EON bagatellisierten Selbstentzündung der Kohle. Nach Ansicht von Energieexperten erscheint jedoch äußerst fraglich, ob Begriffe wie drohender Super-GAU in diesem Zusammenhang angebracht sind, da dieser Begriff allgemein mit dem Atomunfall in Tschernobyl assoziiert wird. Selbst ein Brand in einem Kohlekraftwerk wäre mit einer solchen Katastrophe in keiner Weise zu vergleichen. Daher muss sich die Bürgerinitiative gefallen lassen, mit ihren provokanten Äußerungen über das Ziel hinausgeschossen zu sein.
Siehe auch: Zwischenfall in Kohlekraftwerk Staudinger
