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Laufzeitverlängerung: SPD will Volksabstimmung
Laufzeitverlängerung: SPD will Volksabstimmung20.09.2010, 14:49 Uhr
Die SPD möchte das Volk über die längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke abstimmen lassen. Dazu bedürfe es allerdings einer GrundgesetzänderungMehrheit der Bürger gegen LaufzeitverlängerungAngesichts der Großdemonstrationen gegen die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke hat die SPD die Volksabstimmung ins Gespräch gebracht. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte dazu, die SPD sei bereit, für ein solches Verfahren gemeinsam mit der Koalition das Grundgesetz zu ändern. Für eine solche Änderung ist eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag notwendig. Da die letzten Meinungsumfragen darauf hindeuten, dass eine Mehrheit der Bürger die Laufzeitverlängerung ablehnt, überrascht eine solche Forderung nicht. Allerdings dürfte es nicht im Interesse der Bundesregierung liegen, eine solche Verfassungsänderung durchzuführen.
Volksabstimmung über Laufzeitverlängerung unwahrscheinlich
Allgemein halten viele Politik-Experten das Mittel der Volksabstimmung auf Bundesebene für bedenklich. Volksabstimmungen hängen zum großen Teil von der Formulierung der Ausgangsfrage ab. Wird beispielsweise nur nach der Laufzeitverlängerung insgesamt gefragt oder wird sie mit bestimmten Bedingungen verknüpft (beispielsweise höhere Gewinnabschöpfung bei den Atomkonzernen)? Dies kann den Ausgang stark beeinflussen. Historiker weisen darauf hin, dass Volksabstimmungen in der Vergangenheit den Lauf der Geschichte möglicherweise verändert hätten. So ist anzunehmen, dass weder eine Wiederbewaffnung der Bundeswehr in den 50ern noch die Nachrüstung in den 80ern eine Mehrheit gefunden hätte. Selbst die Wiedervereinigung und die Einführung des Euro wären eventuell an einer Volksabstimmung gescheitert. Da es aber für eine Grundgesetzänderung vermutlich keine Mehrheit im Parlament geben wird, ist mit einer Volksabstimmung über die Laufzeitverlängerung nicht zu rechnen.
