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Stromanbieter wechseln: Verbraucher zu zögerlich
Stromanbieter wechseln: Verbraucher zu zögerlich14.10.2010, 14:54 Uhr
Obwohl der Strommarkt seit über einem Jahrzehnt liberalisiert ist, stagniert die Zahl der Verbraucher, die ihren Stromanbieter wechseln. Somit zahlen knapp vier Fünftel der Kunden zu hohe StrompreiseStromanbieter stehen kaum unter dem Druck der VerbraucherNormalerweise ist es ein einfaches ökonomisches Gesetz: Wer ein Produkt am billigsten anbietet, gewinnt langfristig die meisten Kunden. Auf dem Strommarkt scheint dies aus mehreren Gründen nicht zu gelten .Zunächst gibt es keinen einzelnen Stromanbieter, der für alle die günstigsten Strompreise bietet. Deswegen ist ein Wechsel ohne Strompreisvergleich im Internet kaum sinnvoll möglich. Doch selbst regional gesehen ist der Wettbewerb nicht immer nachvollziehbar. Ökonomen sehen den Grund in der mangelnden Wechselbereitschaft der Stromkunden. Da nur rund 20 Prozent bislang ihren Stromanbieter gewechselt haben, existiert schlicht kein ausreichender Druck auf den Markt, mit billigen Tarifen um die Kunden zu werben.
Angst vor Problemen mit dem Stromanbieter Grund für Wechselfaulheit
Zum Vergleich wird gerne auf den Telekommunikationsmarkt verwiesen. Die Preise für Telefon und Internet sind seit der Liberalisierung drastisch gesunken. Allerdings sehen Experten hier auch ein Problem: Die meisten Kunden hatten beim Wechsel des Telefonanbieters Schwierigkeiten und möchten so etwas beim Stromanbieter nicht riskieren. Die Furcht ist zwar nachvollziehbar, aber in aller Regel unbegründet. Das Gesetz schreibt vor, dass der bisherige Stromanbieter die Lieferung fortsetzen muss, bis sämtliche möglichen Probleme eines Wechsels beseitigt sind. Und speziell ältere Verbraucher scheuen den Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter. Diese Treue wird aber bei Altkunden nicht belohnt: Sie zahlen meist die höchsten Strompreise in den teuren Grundversorgungstarifen.
