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Grüne: Stromanbieter will bei Biblis-Notfallplan Kosten sparen
Grüne: Stromanbieter will bei Biblis-Notfallplan Kosten sparen22.10.2010, 13:10 Uhr
Die Notfallpläne für das Atomkraftwerk in Biblis sorgen für Streit. Grüne und BUND halten die Pläne für unrealistischEvakuierungskosten für Stromanbieter künstlich niedrig gehalten?Bei einem Notfall im Atomkraftwerk Biblis in Hessen droht nach Ansicht der Grünen und des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Katastrophe, auf die niemand vorbereitet sei. Die vorliegenden Pläne sehen offenbar eine Ausbreitung einer radioaktiven Wolke von lediglich zehn Kilometern um das Kraftwerk herum vor. Dies sei aber unrealistisch, so die Grünen-Politikerin Ursula Hammann. Je nach Windrichtung könne eine Ausbreitung von bis zu 600 Kilometern erfolgen. Großstädte wie Frankfurt seien bewusst nicht in die Planungen einbezogen worden, um dem Stromanbieter RWE Kosten zu sparen, die durch entsprechende Evakuierungspläne entstehen würden.
Terrorgefahr: Notfallplan muss nicht vollständig veröffentlicht werden
Zuvor hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass die detaillierten Notfallpläne nicht komplett offengelegt werden müssen. Damit folgten die Richter der Ansicht der hessischen Landesregierung, die keine Details über Notfallplanungen für Atomkraftwerke veröffentlichen will. Sie befürchtet, dass solche Pläne von Terroristen genutzt werden könnten, um Schwachstellen zu erkennen und auszunutzen. Der BUND erklärte, dass eine Verlängerung der Betriebsgenehmigung des Atomkraftwerks in Biblis unverantwortlich sei.
