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Laufzeitverlängerung: Stadtwerke nehmen große Stromanbieter ins Visier
Laufzeitverlängerung: Stadtwerke nehmen große Stromanbieter ins Visier01.11.2010, 13:52 Uhr
Mit einer großen Anzeigekampagne wollen mehr als 50 kommunale Stadtwerke Argumente gegen die Laufzeitverlängerung präsentieren und die vier großen Energiekonzerne aufs Korn nehmenStadtwerke fürchten wegen Laufzeitverlängerung um InvestitionenVier gewinnen. Millionen verlieren. Dies ist die schlagkräftige Aussage der Anzeigenkampagne, die von über 50 kommunalen Energieversorgern in vielen Tageszeitungen geschaltet wurde. Damit wollen die Stadtwerke auf die Probleme aufmerksam machen, welche die Laufzeitverlängerung mit sich bringt. Besonders benachteiligt fühlen sich die kleinen Stromanbieter gegenüber den vier großen Atomkonzernen E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW. Sie profitieren von den längeren Atomlaufzeiten, während die kleineren Stromanbieter um ihre Investitionen in erneuerbare Energien fürchten. Letztere waren in ihrer Rentabilität darauf ausgerichtet, dass der Atomausstieg wie geplant kommt.
Große Stromanbieter profitieren, Kunden müssen höhere Strompreise zahlen
Die Initiative Pro Wettbewerb und Klimaschutz wird von mehr als 50 Stadtwerken unterstützt. Doch auch aus der Politik kommt Schützenhilfe. So unterzeichneten auch einige Landesminister, darunter der thüringische Wirtschaftsminister Machnig (SPD). Die Initiative kritisiert in erster Linie, dass von der Laufzeitverlängerung nur die großen Stromanbieter profitieren, während die kleineren Stadtwerke ebenso wie Länder und Kommunen geschwächt würden. Investitionen von über sechs Milliarden Euro in CO2-arme Energiekonzepte seien gefährdet. Die Marktmacht der großen Vier werde weiter gefestigt, während die Verbraucher am Ende höhere Strompreise zu zahlen hätten. Verhindern konnte die Kampagne den Beschluss des Bundestags zur Laufzeitverlängerung nicht, doch die Gegner kündigen weiteren politischen, gesellschaftlichen und nicht zuletzt auch juristischen Widerstand an.
