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Strompreise im Osten: Thüringen will einheitliche Netzentgelte
Strompreise im Osten: Thüringen will einheitliche Netzentgelte21.12.2010, 13:23 Uhr
Thüringen sieht seine Stellung als Wirtschaftsstandort gefährdet. Durch Unterschiede bei den Netzentgelten von bis zu 100 Prozent seien insbesondere die ostdeutschen Bundesländer benachteiligtWird Ostdeutschland trotz Vorreiterrolle beim Ökostrom benachteiligt?Mit einer Bundesratsinitiative will der Freistaat Thüringen die Bundesregierung dazu bewegen, die Netzentgelte bundesweit zu vereinheitlichen. Durch die höheren Netzentgelte in den hauptsächlich ostdeutschen Ländern (zuzüglich Hamburg und Berlin) sind die Strompreise durchschnittlich 20 Prozent höher als im Westen. Besonders ärgerlich findet der thüringische Wirtschaftsminister Machnig (SPD), dass der Osten für die Vorreiterrolle beim Ökostrom bestraft werde. Immerhin 42 Prozent der gesamten Windkraftleistung werden in Ostdeutschland produziert, aber nur 20 Prozent des deutschen Stroms wird in diesen Regionen überhaupt verbraucht.
Strompreise durch hohe Netzentgelte belastet
Nicht nur auf privater Ebene sind die hohen Strompreise ein Problem. Durch die insgesamt hohen Energiekosten verschärft sich die Wettbewerbssituation nach Ansicht von Machnig für die Wirtschaftsstandorte in Ostdeutschland. Mit einer Anpassung der Netzentgelte auf ein bundeseinheitliches Niveau würde wieder eine Chancengleichheit geschaffen, die dringend geboten sei. Stromanbieter müssen an die Netzbetreiber eine Nutzungsgebühr zahlen, damit sie ihren Strom auch ohne eigenes Stromnetz an ihre Kunden liefern können. Die Kosten dafür werden auf die Strompreise umgelegt.
