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RWE-Chef: Strompreise werden durch Regierung hochgetrieben
RWE-Chef: Strompreise werden durch Regierung hochgetrieben21.02.2011, 16:35 Uhr
In einem Interview mit dem ZDF-Portal heute.de macht Jürgen Großmann in erster Linie den Staat für die hohen Strompreise verantwortlichTreibt der Staat durch Fehler die Strompreise hoch?Der RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann hat in seinem Interview mit dem ZDF sowohl die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke verteidigt als auch den Staat für die hohen Strompreise verantwortlich gemacht. Dabei habe die Entscheidung für die längeren Atomlaufzeiten den Anstieg der Strompreise noch einigermaßen gebremst, was sich durch diverse Studien belegen lasse. Den erneuerbaren Energien gehöre ganz klar die Zukunft, doch der Staat betreibe eine verfehlte Förderungspolitik, die wie im Falle der Photovoltaik die Strompreise für Endkunden unnötig in die Höhe treibe. Der Stromanbieter RWE sei überdies eines der Unternehmen, welche die Dynamik und Innovationen bei den erneuerbaren Energien voranbringen würden, so Großmann weiter.
Strompreise nur zu 30 Prozent am freien Markt gebildet
Ebenfalls kritisch für die Entwicklung der Strompreise seien die Abgaben, die der Staat erhebe, sagte der RWE-Chef. Steuern, Netzentgelte und andere Abgaben in Höhe von 70 Prozent reduzierten den Spielraum für die Stromanbieter trotz Laufzeitverlängerung erheblich. Lediglich 30 Prozent des Strompreises werde demnach am freien Markt gebildet. Bezüglich des dringend notwendigen Ausbaus der Stromnetze verglich Großmann den Handlungsbedarf mit einem 16spurigen Ausbau aller Autobahnen in Deutschland. Die Herausforderungen seien groß, während das Tempo noch zu niedrig sei. RWE suche für diese Projekte noch nach geeigneten Partnern.
