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Japan-Syndrom: Vier deutsche Atomkraftwerke bleiben abgeschaltet
Japan-Syndrom: Vier deutsche Atomkraftwerke bleiben abgeschaltet16.03.2011, 09:50 Uhr
Voraussichtlich werden vier der sieben abgeschalteten AKW in Deutschland auch nach dem Ende des dreimonatigen Moratoriums nicht mehr ans Netz gehenAtomkraftwerk Isar I nicht ausreichend gegen Flugzeuge gesichertNachdem die Bundesregierung eine 180-Grad-Wende in ihrer Atompolitik eingeleitet hat, wird langsam deutlich, was die Entscheidung, die Laufzeitverlängerung auszusetzen, für die Stromanbieter im Einzelnen bedeutet. Für vier der Kraftwerke ist voraussichtlich schon jetzt der Vorhang endgültig gefallen. Dies betrifft die ohnehin momentan abgeschalteten Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel, sowie die beiden Atomkraftwerke Neckarwestheim I und Isar I. Besonders überrascht hat die plötzliche Entscheidung der bayerischen Landesregierung, Isar I endgültig vom Netz zu nehmen. Grund dafür ist die mangelhafte Sicherung gegen Flugzeugabstürze. Ministerpräsident Seehofer (CSU) erklärte dazu, dass ein Restrisiko nicht länger nur abstrakte Statistiken seien. Die Vorfälle in Japan bewiesen, dass alles, was möglich sei, auch in Betracht gezogen werden müsse.
Deutsche Stromanbieter sind je nach Energieform geteilter Meinung
Von einer Zäsur in der Atompolitik sprachen viele Politiker und Journalisten. Die Stromanbieter sind zerknirscht und drohen schon prophylaktisch mit einer Erhöhung der Strompreise und Versorgungsengpässen. Letztere scheinen jedoch übertrieben, da einige der Reaktoren der nun abgeschalteten Atomkraftwerke ohnehin bereits lange stillgestanden haben. Die Stromanbieter für Ökostrom dürften hingegen frohlocken, denn die Nachfrage steigt sprunghaft an und die Hersteller von Windkraftanlagen und Photovoltaikmodulen legen bei den Börsenwerten kräftig zu. Die großen Stromanbieter E.ON und RWE - beide Betreiber von Atomkraftwerken spüren die Furcht der Anleger vor Gewinneinbußen.
