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Merkel: Strompreise für Endverbraucher könnten steigen
Merkel: Strompreise für Endverbraucher könnten steigen17.03.2011, 13:55 Uhr
Neue Sicherheitsmaßnahmen könnten sich auch auf die Strompreise auswirken, erklärte Bundeskanzlerin Merkel (CDU) in einem RTL-InterviewMüssen Strompreise ohne Atomkraftwerke steigen?Nach der Verkündung des Moratoriums zur Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke in Deutschland warnen verschiedene Politiker vor der Möglichkeit, dass die Strompreise in der Folge steigen könnten. Sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) schätzen diese Möglichkeit als realistisch ein. Grund dafür sind zum einen eventuelle Sicherheitsmaßnahmen, welche die Stromanbieter bei den Atomkraftwerken nach einer Neubewertung der Risiken vornehmen müssten. Zum anderen würde ein Ausfall von Atomkraftwerken die Strompreise insgesamt verteuern, so die Ansicht verschiedener Experten. Die Ökostrom-Branche hält dies allerdings nicht für zwingend, da bereits heute einige Stromanbieter für erneuerbare Energien ebenso günstige Tarife anbieten wie viele konventionelle Versorger.
Bürger offenbar bereit, höhere Strompreise zu zahlen
Eine spontane Straßenumfrage des Hessischen Rundfunks ergab einem Fernsehbericht zufolge, dass viele Verbraucher durchaus bereit dazu wären, eine Erhöhung der Strompreise von bis zu 20 Euro monatlich hinzunehmen, falls damit die Risiken der Atomenergie umgangen werden könnten. Zwar ist dies keine repräsentative Umfrage, doch scheinen Meinungsforscher diesen Trend bestätigen zu können. Demnach befürworten über 80 Prozent eine Aussetzung der Laufzeitverlängerung. In einer Bundestagsdebatte zum Thema Atomkraftwerke forderte Gregor Gysi (Linke) die Regierung am Donnerstag dazu auf, die Strompreise einzufrieren, um zu verhindern, dass die Stromanbieter mögliche Kosten auf die Verbraucher abwälzen. Dieses Kostenrisiko sollten seiner Ansicht nach die Energiekonzerne tragen müssen.
