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Mehrheit will Atomausstieg trotz höherer Strompreise
Mehrheit will Atomausstieg trotz höherer Strompreise08.04.2011, 14:23 Uhr
Selbst wenn es teurer werden sollte, will eine große Mehrheit der Bürger einen möglichst raschen Ausstieg aus der Atomenergie. Dies ermittelte die ARD in einer UmfrageAtomausstieg soll deutlich beschleunigt werdenDie Energiewende ist zur Zeit eines der dominierenden Themen in der Bevölkerung. Die Atomkatastrophe nach dem Erdbeben in Japan hat zu einem allgemeinen Umdenken geführt. Offenbar sind nun auch viele ehemalige Befürworter der Kernenergie nicht mehr bereit, das sogenannte Restrisiko zu tragen trotz eines möglichen Anstiegs der Strompreise. Und nicht nur das: Die Zahl derer, die den Atomausstieg deutlich beschleunigen wollen, nimmt ebenfalls zu. Der ARD Deutschlandtrend ergab hierzu ein klares Bild. 43 Prozent der Befragten wollen noch vor 2020 aus der Atomkraft aussteigen. Ebenso viele Menschen wollen einen Atomausstieg, der nicht deutlich nach 2020 abgeschlossen wird. Die ursprünglich von der Bundesregierung angestrebte Laufzeitverlängerung, derzufolge die deutschen AKW zum Teil noch über das Jahr 2040 hinaus am Netz geblieben wären, wird nur noch von 13 Prozent der Befragten befürwortet.
Höhere Strompreise sollen Energiewende nicht bremsen
Kein Wunder, dass auch die Bundesregierung inzwischen diese Politik überdenkt und mit dem Atom-Moratorium die Energiewende deutlich früher einleiten möchte. Bemerkenswert ist auch ein anderes Ergebnis der Umfrage: 68 Prozent wollen notfalls auch höhere Strompreise in Kauf nehmen, falls dadurch ein schnellerer Atomausstieg möglich wird. Die Stromanbieter prophezeien immer wieder, dass die Strompreise ohne die Atomkraftwerke deutlich steigen würden eine Ansicht, die von vielen Experten so nicht geteilt wird, da mögliche Nachrüstungen der Reaktoren die Kosten für Atomstrom ebenfalls nach oben treiben würden. Eine Minderheit von 28 Prozent findet, dass ein Teil der Atomkraftwerke, die vom Moratorium betroffen sind, wieder ans Netz gehen sollten, aber nur drei Prozent sprechen sich dafür aus, dass alle acht abgeschalteten Atomkraftwerke auch zukünftig wieder Strom liefern.
