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Stromanbieter EnBW klagt nicht gegen Atom-Moratorium
Stromanbieter EnBW klagt nicht gegen Atom-Moratorium14.04.2011, 15:03 Uhr
Die Front der großen Energiekonzerne bröckelt. EnBW hat seinen Verzicht auf juristische Schritte gegen die Stilllegung der Atomkraftwerke erklärt, während RWE an seiner Klage festhältUneinigkeit der großen StromanbieterIn der Vergangenenheit bildeten die vier großen Stromanbieter RWE, EnBW, E.ON und Vattenfall eine geschlossene Einheit, wenn es um die Atompolitik ging. Nach dem von der Bundesregierung verhängten Moratorium der Laufzeitverlängerung wurde daher auch ein juristisches Vorgehen der Energiekonzerne erwartet. Bisher hat aber nur RWE tatsächlich rechtliche Schritte eingeleitet. E.ON verzichtete zunächst auf ein solches Vorgehen und nun äußerte sich auch EnBW zu der Frage. Nach einer gründlichen Diskussion von Aufsichtsrat und Vorstand wurde diese Entscheidung am Mittwoch gefällt. Der baden-württembergische Konzern befindet sich seit Jahresbeginn im mehrheitlichen Besitz des Bundeslandes, das zukünftig von einem grünen Ministerpräsidenten regiert werden wird.
Gesellschaftliche Akzeptanz für EnBW wichtiger
In einer Mitteilung erläuterte der Stromanbieter diese Entscheidung. Demnach habe man zwar auch bei EnBW erhebliche Bedenken hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Entscheidung der Bundesregierung, doch verzichte man trotz finanzieller Einbußen auf ein juristisches Vorgehen gegen das Moratorium, um somit der derzeitigen gesellschaftlichen Stimmung Rechnung zu tragen. Dies trage zu einer langfristigen Akzeptanz und der Erhaltung der Kundenbeziehungen bei. Eine gesellschaftliche Akzeptanz der Energieinfrastruktur sei grundsätzlich unabdingbar. Dies betreffe sowohl die Stromerzeugung, als auch die Stromnetze. Man rege ausdrücklich einen Dialog in der Gesellschaft über die Zukunft der Energieversorgung an, hieß es beim Stromanbieter weiter.
