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Strompreise: DIHK warnt vor Nachteilen für deutsche Wirtschaft
Strompreise: DIHK warnt vor Nachteilen für deutsche Wirtschaft19.04.2011, 14:24 Uhr
Wettbewerbsnachteile für deutsche Firmen befürchtet der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann. Höhere Strompreise würden energieintensive Betriebe stark belasten.Strompreise müssen für Industrie bezahlbar bleibenDriftmann stieg damit ebenfalls in die Diskussion um höhere Strompreise ein. Am Dienstag sagte er in der Berliner Zeitung, dass die zu erwartenden Strompreiserhöhungen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht gefährden dürften. Energieintensive Branchen wie Metallerzeuger, Chemie- und Papierindustrie würden bereits jetzt unter hohen Energiekosten leiden, so Driftmann weiter. Da diese Unternehmen den Export als wichtiges Standbein nutzten, sei eine einseitige Benachteiligung deutscher Firmen eine Gefahr für diese Stärke im internationalen Wettbewerb. Es müsse klar beantwortet werden, wie Deutschland zukünftig bezahlbar und sicher mit Strom versorgt werden könne.
DIW: Strompreise steigen um nicht mehr als 2 Euro im Monat
Die Warnungen der großen Stromanbieter und der Industrie vor einem Anstieg der Strompreise durch die Energiewende wird von zahlreichen Experten indes als überzogen bezeichnet. Sie sei ein Versuch der Lobbyisten, den Verbrauchern zu suggerieren, dass der Atomausstieg falsch und teuer sei, so ein Experte im ZDF-Mittagsmagazin. Dabei verschwiegen die Stromanbieter allerdings, dass Atomstrom unter Berücksichtigung aller Kosten viel teurer sei als behauptet. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht dies ähnlich. Für die Energiewende seien in Deutschland Investitionen von maximal 200 Milliarden Euro über einen Zehn-Jahres-Zeitraum notwendig, so DIW-Expertin Kemfert gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Die Strompreise müssten daher nur sehr moderat steigen, um diese Investitionen auf zehn Jahre gestreckt wieder hereinzuholen. Bis 2020 erwarte sie insgesamt nicht mehr als 200 bis 240 Euro zusätzliche Kosten für die Haushalte, also nicht mehr als rund zwei Euro im Monat.
