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Expertin: Atomausstieg bis 2020 realistisch
Expertin: Atomausstieg bis 2020 realistisch10.05.2011, 13:27 Uhr
Claudia Kemfert ist eine anerkannte Expertin für Energiefragen beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Sie hält die Energiewende in den nächsten zehn Jahren für machbarKein Atomausstieg ohne NetzausbauGegenüber der Passauer Neuen Presse erklärte Frau Kemfert, dass sie in der Energiewende eine historische Chance sehe. Der vorgegebene Zeitrahmen sei zu schaffen, wenn jetzt alle an einem Strang zögen. Kemfert betonte allerdings auch, dass ein Atomausstieg nicht von einem Tag auf den nächsten möglich sei. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die ursprünglichen Pläne der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Schröder (SPD). Damals war ein Zeitrahmen bis 2021/22 gesetzt worden. Dies sei durchaus ein realistisches Szenario, so Kemfert weiter. Eine Grundvoraussetzung dafür sei allerdings ein ausreichender Ausbau der Stromnetze sowie die Schaffung von Speicherkapazitäten für Strom.
Söder will festes Datum für Atomausstieg
Ähnlich sieht der bayerische Umweltminister Söder (CSU) den Zeitrahmen. Er hatte vergangene Woche die Jahreszahl 2020 ins Spiel gebracht. Damit nimmt Söder eine andere Position ein als viele Koalitionspolitiker der Regierung in Berlin, wo bislang die Nennung eines festen Termins für den Atomausstieg vermieden wird. Söder hält aber gerade dies für unabdingbar. Ohne einen festen Zeitrahmen für den Atomausstieg und die Energiewende werde keiner die notwendigen Investitionen tätigen, so der Minister. Heute kommt die bayerische CSU-Landtagsfraktion in München zusammen, um über den Atomausstieg zu diskutieren. Dabei sollen speziell die Bedürfnisse des Freistaats erläutert werden. Sowohl wirtschaftliche Gesichtspunkte als auch die soziale Verträglichkeit der Energiewende stehen auf der Tagesordnung.
