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Atomkraftwerke: EU streitet über Stresstest
Atomkraftwerke: EU streitet über Stresstest12.05.2011, 13:35 Uhr
Heute treffen sich die Vertreter der 27 EU-Mitgliedsstaaten erneut in Brüssel, um die Kriterien für die geplanten Stresstests für Atomkraftwerke festzulegen. Ob es zu einiger Einigung kommt, ist allerdings mehr als fraglich.Oettinger will schärfere Stresstests für AKWDer deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger berät heute mit der Gruppe der Europäischen Nuklear-Aufsichtsbehörden in Brüssel (Belgien) über die genauen Kriterien, welche für die Stresstests Anwendung finden sollen. Hauptstreitpunkt ist dabei die Frage, ob lediglich Naturkatastrophen und ähnliche Umstände hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Atomkraftwerke berücksichtigt werden sollen, oder ob auch Terroranschläge und menschliches Versagen unter Katastrophenbedingungen mit einfließen sollen. Während sowohl Oettinger als auch EU-Kommissionspräsident Barroso sehr strenge Tests für die Atommeiler anstreben, gibt es in einigen EU-Ländern Widerstand gegen diese Pläne.
England und Frankreich betreiben die meisten Atomkraftwerke
Besonders Großbritannien und Frankreich haben als größte Betreiberländer von Atomkraftwerken ihre Bedenken gegen die aus ihrer Sicht zu streng ausgelegten Stresstests angemeldet. Sie argumentieren, dass die derzeitigen Sicherheitsbestimmungen für realistische Risiken völlig ausreichen. Andere Länder, darunter auch Deutschland, sehen dies angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima anders. Besonders das Risiko von Flugzeugabstürzen und Terroranschlägen muss nach Ansicht vieler Experten deutlich höher bewertet werden als früher. Aber auch Fehlverhalten von Bedienpersonal von Atomreaktoren müsse berücksichtigt werden.
