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Japanischer Stromanbieter Tepco bekommt Staatshilfe
Japanischer Stromanbieter Tepco bekommt Staatshilfe13.05.2011, 14:04 Uhr
Um die Folgen des atomaren Super-GAU zu bewältigen, sind Unsummen an Geld notwendig. Damit die Betroffenen nicht leer ausgehen, will der japanische Staat dem AKW-Betreiber Tepco nun unter die Arme greifen.Stromanbieter kann Fukushima nicht alleine bewältigenFür den Stromanbieter Tepco ist die Katastrophe im zerstörten Atomkraftwerk von Fukushima nicht nur ein technisches, sondern vor allem auch eine finanzielles Desaster. Die Summen, die auf das Unternehmen zukommen werden, sind noch gar nicht komplett zu beziffern. Neben den direkten Kosten, die durch die Eindämmung der Katastrophe am Reaktor selbst entstehen, kommen Maßnahmen zur Dekontaminierung der Umgebung und vor allem immens hohe Entschädigungen an die Betroffenen hinzu. Und auch das laufende Geschäft kostet derzeit viel Geld. Da der Stromanbieter seinen Strom nicht mehr in den Atomkraftwerken erzeugen kann, muss die Nachfrage auf konventionelle Weise befriedigt werden. Allein dafür schätzen Experten den Finanzbedarf für Tepco auf rund 8,7 Milliarden Euro. Etwa die gleiche Summe wird der Konzern wegen des GAU für das Geschäftsjahr 2011 abschreiben.
Stromanbieter hierzulande unterversichert?
Auch die japanische Regierung hat erkannt, dass der Stromanbieter die Folgen nicht alleine bewältigen kann. Daher hat das Kabinett in Tokio nun einen Plan ausgearbeitet, demzufolge Staat und Stromanbieter gemeinsam in einen Fonds aus Sonderanleihen einzahlen sollen. Wie hoch der Gesamtbetrag sein wird, wurde bisher noch nicht bekannt. Das Vorhaben muss vom japanischen Parlament abgesegnet werden, damit er umgesetzt werden kann. Auch in Deutschland gab es diese Woche Diskussionen über den möglichen Finanzbedarf nach einer Atomkatastrophe. Kritiker werfen den Energiekonzernen hierzulande vor, völlig unterversichert zu sein und sich darauf zu verlassen, dass der Staat notfalls mit Steuergeldern einspringe. Bei einer ehrlichen Umlage von angemessenen Versicherungsbeiträgen müssten die Strompreise extrem ansteigen, so die Atomkraftgegner.
