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Atomausstieg: Agentur warnt vor deutschem Alleingang
Atomausstieg: Agentur warnt vor deutschem Alleingang23.05.2011, 20:11 Uhr
Der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland scheint beschlossene Sache. Doch jede Entscheidung über die Energieversorgung eines solchen Industrielandes betrifft auch die europäischen Nachbarländer.Deutscher Atomausstieg betrifft alle EU-LänderDie IEA (Internationale Energieagentur) hat in der Financial Times Deutschland vor einem deutschen Alleingang bei der Energiepolitik gewarnt. Der Chef der Agentur, Nobuo Tanaka, sagte der Zeitung gegenüber, dass Deutschland besser eine EU-weite Einigung über einen Atomausstieg anstreben solle. Dies sei in Anbetracht eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes für Energie unerlässlich, so die Meinung des IEA-Chefs. Er sehe nicht nur die Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit Deutschlands bei einem Alleingang gefährdet, sondern auch die Struktur der gesamteuropäischen Energieversorgung.
Versorgungssicherheit in Deutschland gefährdet?
Besonders Deutschland stelle seine Versorgungssicherheit in Frage, da bei einem Atomausstieg deutlich mehr Strom durch Kohle und Gas produziert werden müsse. Dieser Bedarf sei nur durch erhöhte Importe dieser Rohstoffe zu decken, was die Abhängigkeit von ausländischen Energiemärkten vergrößern würde. Doch auch umweltbedingte Kritik hört man immer öfter von Experten. Der Atomausstieg wird den Ausstoß an Kohlendioxid zumindest zeitweise deutlich erhöhen. Durch den stärkeren Bedarf bei Kohle- und Gaskraftwerken würden die Klimaziele eventuell gefährdet, so die Ansicht derer, die zur Vorsicht mahnen. Ohne diese verstärkte fossile Energiegewinnung wäre der Atomausstieg demzufolge kaum zu kompensieren.
