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Atomausstieg: AKW auf Standby funktioniert nicht

Atomausstieg: AKW auf Standby funktioniert nicht31.05.2011, 12:57 Uhr

Das Konzept zum Atomausstieg der Bundesregierung sieht unter anderem vor, ein Atomkraftwerk als „kalte Reserve“ in der Hinterhand zu behalten, um Schwankungen bei der Stromversorgung ausgleichen zu können. Nach Ansicht von Experten kann dies nicht funktionieren.Atomkraftwerk auf kalter Reserve nicht praktikabel
Einen Fernseher kann man auf Standby setzen. Mit einem Atomkraftwerk geht das nicht. Die Pläne der Bundesregierung, als Reserve für Engpässe ein Atomkraftwerk betriebsbereit zu halten, sind nach Ansicht des ZDF-Umweltexperten Volker Angres kaum praktikabel. Bei einem sogenannten „kalten Standby“ würde man den Reaktor zwar herunterfahren, die Brennstäbe jedoch im Atomkraftwerk belassen. Sie müssten weiterhin rund um die Uhr überwacht und gekühlt werden. Doch trotz dieser aufwändigen Maßnahmen ließe sich Angres zufolge ein Atomkraftwerk im Falle von Stromschwankungen im Netz nicht einfach wieder anknipsen, wenn der Bedarf steige.

AKW braucht mindestens drei Tage Vorlaufzeit
Dem Experten zufolge dauert es mindestens drei Tage, um ein Atomkraftwerk aus einem solchen Zustand heraus wieder voll anzufahren. Vermutlich würde es sogar mehr Zeit beanspruchen, da umso mehr im Reaktor geprüft werden muss, je länger ein Atomkraftwerk abgeschaltet war. Ein solches Konzept funktioniere einfach nicht, so Angres. Vielmehr sollte man sich bei einem Atomausstieg auf den Bau neuer Gaskraftwerke konzentrieren. Sie seien die tatsächliche Brückentechnologie, da sie flexibel auf Stromschwankungen reagieren und in wenigen Minuten ein- und ausgeschaltet werden könnten. Den Atomausstieg an sich hält Angres bis 2021 für realistisch, zumal ein Durchbruch auch deshalb möglich sei, weil derzeit alle wichtigen politischen Kräfte in dieselbe Richtung wollten.



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