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Atomausstieg treibt Strompreise nicht automatisch hoch
Atomausstieg treibt Strompreise nicht automatisch hoch01.06.2011, 17:18 Uhr
Die Rechnung dass ein schneller Atomausstieg automatisch für höhere Strompreise sorgt, geht nicht auf, meinen zahlreiche Experten und Verbraucherschützer. Die großen Stromanbieter hatten in den vergangenen Wochen mit diesem Szenario Befürchtungen bei den Stromkunden geweckt.Höhere Strompreise unterliegen keinem AutomatismusKurzfristig wird es wohl nicht zu weiteren Erhöhungen der Strompreise kommen, meint Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte er am Dienstag, dass in diesem Jahr bereits die meisten Stromanbieter ihre Tarife erhöht hätten. In den kommenden Monaten werde nur durch die Ankündigung eines Atomausstiegs keine neue Preisrunde hinzukommen. Grundsätzlich müsse die Energiewende die Kosten für Strom nicht zwangsläufig erhöhen, so Krawinkel weiter. Bei richtigem Verhalten durch die Verbraucher könnte die Strompreiserhöhung unter dem Strich sehr moderat ausfallen.
Meinungen über Strompreise gehen stark auseinander
Die künftige Entwicklung der Strompreise wird sich nicht nur an der Entscheidung der Bundesregierung über einen zügigen Atomausstieg orientieren. Während Industrie und Wirtschaft gemeinsam mit den großen Energiekonzernen vor horrenden Kosten warnen, sehen die Stadtwerke und andere kommunale Stromanbieter nur geringe Preissteigerungen voraus. Einige Experten meinen sogar, dass die Tarife langfristig sinken könnten, weil der Wettbewerb am Strommarkt wächst. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der intelligente Einsatz von modernen Kraftwerken könne den Anstieg der Strompreise jedenfalls deutlich begrenzen, so die Ansicht der Verbraucherschützer.
