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Bundesländer wollen kein Atomkraftwerk als Kaltreserve behalten
Bundesländer wollen kein Atomkraftwerk als Kaltreserve behalten03.06.2011, 19:10 Uhr
Das von der Bundesregierung ins Gespräch gebrachte Konzept der Vorhaltung eines Atomkraftwerks als kalte Reserve wird von den Bundesländern abgelehnt. Sie wollen eine Kaltreserve nur in Form konventioneller Kraftwerke sehen.Kalte Reserve nur mit Gas und KohleZur Sicherung der Stromversorgung sollte den Plänen der Bundesregierung zufolge auch im Rahmen des Atomausstiegs ein Atomkraftwerk als sogenannte kalte Reserve vorgehalten werden, das im Falle von Stromschwankungen eingesetzt werden könnte. Dieses Konzept lehnen die Ministerpräsidenten der Bundesländer einhellig ab. Statt einer nuklearen Kaltreserve fordern sie vielmehr eine solche Notreserve, die aus Gas- und Kohlekraftwerken bestehe, sagte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Haseloff (CDU) nach entsprechenden Beratungen mit seinen Kollegen in Berlin.
Atomausstieg durch Grundgesetzänderung?
Experten halten die Absicht, ein Atomkraftwerk quasi auf Standby zu halten, schon technisch für nicht durchführbar. Da ein AKW mehrere Tage benötigt, um auf Touren zu kommen, eignet es sich nicht zum kurzfristigen Ausgleich von Stromschwankungen. Gas- und Kohlekraftwerke können hingegen innerhalb von wenigen Minuten in ihrer Leistung nach oben oder unten gefahren werden. Damit stellen sich die Bundesländer gegen die Bundesregierung, was insofern überrascht, als auch die CDU-Landesfürsten sich dieser Forderung angeschlossen haben. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), forderte außerdem eine Aufnahme des Atomausstiegs in das Grundgesetz, um ihn wirklich unumkehrbar zu gestalten. Die Resonanz auf diesen Vorschlag war allerdings bisher eher zurückhaltend.
