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Stromanbieter RWE schickt Beschwerdebrief an Merkel
Stromanbieter RWE schickt Beschwerdebrief an Merkel07.06.2011, 15:04 Uhr
Der Atomausstieg ist für die Kraftwerksbetreiber ein GAU für sich. Hatte man sich vor einigen Monaten noch über die Laufzeitverlängerung gefreut, scheint nun das Aus für alle Atomkraftwerke festzustehen. Grund genug für RWE, der Bundeskanzlerin einen Protestbrief zu schicken.Stromanbieter kritisiert RegierungskursDer Protest der großen Stromanbieter gegen die Art der Energiewende kommt langsam ins Rollen. Zunächst wollten die vier Konzerne abwarten, wie die Beschlüsse konkret ausfallen, doch diese Frage dürfte seit Montag beantwortet sein. RWE-Chef Jürgen Großmann hat nach einem Bericht der Financial Times Deutschland noch am Sonntag einen persönlichen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschickt, in welchem er den Protest seines Unternehmens kundtut. Die Kritik richtet sich wie könnte es anders sein in erster Linie gegen den Atomausstieg, der von Großmann in mehreren Punkten mit Unmut betrachtet wird.
Furcht vor Verlust der Reststrommengen der Atomkraftwerke
Der Stromanbieter befürchtet dem Zeitungsbericht zufolge, dass die Reststrommengen der einzelnen Atomkraftwerke nicht mehr genutzt werden könnten und verfallen würden. Hintergrund ist das Vorhaben der Bundesregierung, jedem Reaktor ein festes und definitives Abschaltdatum zuzuweisen. In diesem Fall wären die finanziellen Einbußen für die Energieversorger erheblich. Ob RWE aus diesem Grund Klage erheben wird, ging aus dem Schreiben offenbar nicht hervor. Auch innerhalb der Regierungskoalition befürchtet vor allem die FDP solche Entschädigungsforderungen, während die CDU sich hier bislang gelassen gibt.
