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Atomausstieg: Produktionsstopp statt kalter Reserve?

Atomausstieg: Produktionsstopp statt kalter Reserve?08.06.2011, 17:26 Uhr

Die Idee der Bundesregierung, ein Atomkraftwerk als kalte Reserve vorzuhalten, um Stromschwankungen auszugleichen, stößt auf wenig Begeisterung. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit einen anderen Weg: Produktionsstopps in der Industrie könnten kurzfristig Abhilfe schaffen.Stromanbieter stehen ohne Atomkraftwerke vor Problemen
Die Stromversorgung ist eine Wissenschaft für sich. Angebot und Nachfrage passen selten genau zusammen, weswegen die Stromanbieter sehr genau die Balance halten müssen, damit die Stromnetze nicht überlastet werden und zusammenbrechen. Beim Atomausstieg ist ein Hauptproblem, dass erneuerbare Energien witterungsabhängig sind und nicht nach Bedarf geregelt werden können. Gas- und Kohlekraftwerke können dies deutlich besser. Die Bundesregierung hatte bei den Plänen für die Energiewende eigentlich vor, ein oder mehrere Atomkraftwerke als sogenannte „kalte Reserve“ zu behalten, um notfalls eingreifen zu können, wenn die Stromversorgung zusammenzubrechen droht. Dieses Konzept hat leider einen Fehler: Atomkraftwerke können nicht innerhalb von Minuten oder Stunden hoch- und runtergefahren werden. Eine schnelle Reaktion auf Schwankungen im Stromnetz wäre also damit nicht möglich.

Heiße Reserve soll Kraftwerke überflüssig machen
Die Bundesnetzagentur prüft nun einen anderen Vorschlag. Aus der Industrie selbst kam die Idee, in besonders energieintensiven Branchen einen kurzfristigen Produktionsstopp zu verhängen, wenn die Lage im Stromnetz es erfordert. So könnte beispielsweise eine Fabrik für Aluminium, die einen immensen Stromverbrauch hat, innerhalb von wenigen Minuten die Kapazitäten eines halben Kraftwerks freigeben. Ein solcher Produktionsstopp würde nur solange dauern, wie die Nachfrage im Stromnetz es erfordert. Beteiligen sich entsprechend viele Betriebe an einem solchen System, sind die Produktionsausfälle für die einzelnen Firmen erträglich. Auf diese Weise könnte statt der umstrittenen kalten Reserve quasi eine heiße Reserve für Stabilität in der Stromversorgung sorgen. Die Bundesnetzagentur begrüßt die Vorschläge und will sie gemeinsam mit Bundesregierung und Stromanbietern auf Durchführbarkeit hin untersuchen lassen.



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Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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