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Werden die Grünen nach dem Atomausstieg überflüssig?
Werden die Grünen nach dem Atomausstieg überflüssig?08.06.2011, 22:07 Uhr
Als die Grünen vor über 30 Jahren gegründet wurden, war das Hauptziel der Bewegung der Ausstieg aus der Kernenergie. Wenn dies bis 2022 geschafft sein wird, könnten die Grünen überflüssig werden. Solche Existenzängste bewegen jedenfalls manchen Grünen schon heute.Sollen die Grünen dem Atomausstieg nicht zustimmen?1990 war der Kalte Krieg mit einem Schlag vorbei. Schon forderten vor allem die Grünen die Abschaffung von NATO und Bundeswehr, da ja nun der Feind abhanden gekommen und ergo eine Existenzberechtigung beider Organisationen nicht mehr gegeben sei. Dass diese Logik nicht aufgegangen ist, hat die Geschichte mittlerweile bewiesen. Ähnliche Probleme könnten mit dem Atomausstieg aber nun auf die Grünen selbst zukommen: Verschiedene Stimmen innerhalb der Partei sehen trotz der momentanen Rekordwerte bei den Wahlen die Gefahr, dass langfristig für viele Wähler kein Grund mehr besteht, die Partei zu wählen, wenn die Stromanbieter auch das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet haben werden. Daher gibt es schon vereinzelte Forderungen, den neuen Atomgesetzen der Bundesregierung nicht zuzustimmen.
Klimaschutz wird ohne Atomkraftwerke noch wichtiger
Immerhin erstreckt sich der Atomausstieg über drei weitere Legislaturperioden Kritiker befürchten, dass eine andere Bundesregierung bis dahin wieder den Atomkurs wechseln könnte. Andere Stimmen der Grünen halten dies aber für Unfug und wollen die Gelegenheit beim Schopfe packen. Nie zuvor erschien ein umfassender Ausstieg aus der Atomenergie so greifbar. Außerdem enden die Herausforderungen nicht mit dem Ende der Atomkraftwerke: Da die Stromanbieter zunächst die Zahl an Kohle- und Gaskraftwerken erhöhen werden, um die Stromversorgung sicherzustellen, ist die Frage des Klimaschutzes ein weites Feld, auf dem die Grünen noch lange tätig sein können. Gleiches gilt für die Entsorgung von Atommüll. Realistischerweise wird sich vermutlich wieder einmal bestätigen, dass das Ende der Geschichte nicht gekommen ist, nur weil es eine tiefgreifende Veränderung gibt. Dass Bundeswehr und Grüne irgendwann diese Erfahrung teilen würden, hätte sich sicher 1990 noch niemand träumen lassen.
