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Energiewende: Streitpunkt Gebäudesanierung
Energiewende: Streitpunkt Gebäudesanierung16.06.2011, 20:54 Uhr
Für den Erfolg der Energiewende ist nicht nur die Art der Stromerzeugung ausschlaggebend. Auch die Einsparung von Energie spielt eine wichtige Rolle. Viel kann bei Gebäuden optimiert werden, doch die Gebäudesanierung wird zum Zankapfel.Gebäudesanierung soll gerechter verteilt werdenDer Mieterbund will nach Aussage seines Präsidenten Franz-Georg Rips der Energiewende nicht im Wege stehen. Doch die notwendigen Mehrkosten müssten gerecht geteilt werden. Dies sagte er am Mittwoch in Berlin im Rahmen der Eröffnung des 64. Deutschen Mietertages. Nach den Berechnungen des Mieterbundes werden die Mieter durch die Umlegung der Kosten der Gebäudesanierung überproportional belastet. Er verlangte eine gerechte Aufteilung der Kosten zwischen Staat, Vermieter und Mieter zu je einem Drittel sowie eine Aufstockung der staatlichen Förderung von derzeit vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro auf fünf Milliarden Euro jährlich. Rips beklagte die Regelung, nach der auch bei energetischen Gebäudesanierungen die Modernisierungskosten mit elf Prozent auf die Miete umgelegt werden können.
Mieterbund befürchtet einseitige Belastung durch Gebäudesanierung
Je teurer die Modernisierung, desto höher steige die Miete, so der Direktor des Mieterbundes, Siebenkotten. Konkret könnte dies bedeuten, dass die Miete monatlich um mehrere hundert Euro steigen könnte, wenn eine energetische Modernisierung im Wert von einigen Zehntausend Euro durchgeführt wird. Der Mieterbund schlägt daher vor, den Anstieg der Miete davon abhängig zu machen, wieviel Energie mit den Maßnahmen tatsächlich gespart werden kann. Vermieter weisen gerne darauf hin, dass langfristig durch geringeren Energieverbrauch auch die Nebenkosten sinken. Dennoch ist eine Mietsteigerung von beispielsweise 150 Euro im Monat für die meisten Mieter ein echtes Problem. Ferner befürchtet der Mieterbund, dass durch den erweiterten Modernisierungsbegriff einige Vermieter normale Instandhaltungsarbeiten (die eigentlich durch die Miete gedeckt sind) als energetische Sanierung maskieren könnten.
