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Cyber-Angriffe: Wie Hacker die Stromversorgung lahmlegen könnten
Cyber-Angriffe: Wie Hacker die Stromversorgung lahmlegen könnten16.06.2011, 22:48 Uhr
Es ist längst kein Science-Fiction-Szenario mehr. Jeden Tag melden Unternehmen und staatliche Einrichtungen ernste Hackerangriffe. Terroristen oder auch feindliche Staaten könnten heimlich und ohne große Vorwarnung ein Land zurück in vorindustrielle Zeiten schicken.Wasser- und Stromversorgung attraktive Ziele für HackerDie Bundesregierung nimmt die Gefahr durch Computer-Attacken endlich ernst: Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte am Donnerstag vor der wachsenden Gefahr von Cyber-Angriffen auf wichtige Infrastrukturen in Deutschland. So seien Hacker in der Lage, die Wasser- und Stromversorgung des Landes zu schädigen und gegebenenfalls lahmzulegen. Solche Einrichtungen kämen heute nicht mehr ohne moderne IT-Systeme aus, was sie angreifbar mache, sagte er der Frankfurter Rundschau. Ein solcher Angriff könnte große Schäden anrichten und weite Teile der Bevölkerung betreffen. Der Minister eröffnet heute in Bonn das Nationale Cyber-Abwehrzentrum, in dem Experten von verschiedenen staatlichen Einrichtungen miteinander kooperieren, um Angriffe von Hackern abzuwehren.
Terrorexperte mahnt: Stromnetze besser absichern
Der amerikanische Terrorismus-Experte Richard Clarke wies in diesem Zusammenhang im ZDF auf die große Verwundbarkeit von Deutschland hin. Ähnlich wie die USA sei die Infrastruktur bei der Stromversorgung beispielsweise extrem anfällig. Ein potenzieller Angreifer könne eine Industrienation so in kürzester Zeit auf ein vorelektrisches Niveau zurückwerfen und immenses Chaos anrichten. Dabei richteten die Hacker nicht nur virtuelle Schäden an, sondern könnten durchaus auch dafür sorgen, dass Kraftwerke explodierten, Züge entgleisten oder ein Verkehrschaos entstünde, so Clarke, der über dreißig Jahre lang im Dienst der amerikanischen Regierung stand und als anerkannter Experte in Sachen Terrorismus gilt. Er forderte die westlichen Staaten dazu auf, bessere Vorkehrungen zum Schutz ihrer Stromnetze und anderer Infrastruktur zu treffen, bevor es zu spät sei.
