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Japan: Stromanbieter Tepco muss sich Aktionären stellen
Japan: Stromanbieter Tepco muss sich Aktionären stellen28.06.2011, 18:27 Uhr
Wohl nie zuvor hat ein japanisches Unternehmen so ungern zur jährlichen Hauptversammlung eingeladen. Die Aktionäre sind sehr wütend auf die Firmenleitung des Stromanbieters, der die Atomkatastrophe nach ihrer Ansicht zu großen Teilen mitverschuldet hat.Anleger: Stromanbieter hätte Katastrophe voraussehen müssenDie Entschuldigung des Konzernpräsidenten, Tsunehisa Katsumata, hat die Aktionäre nicht sonderlich besänftigen können. Sie werfen dem Stromanbieter vor, dass man ein Ereignis wie den Tsunami nach dem Erdbeben vom 11. März hätte erwarten müssen. Daher sei der Atomunfall von Fukushima keine Naturkatastrophe, sondern vom Menschen selbst verursacht, so die Ansicht vieler Aktionäre. Mehr als 9000 von ihnen kamen am Dienstag zur Hauptversammlung von Tepco so viele wie nie zuvor. Nach dem Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami waren die Kühlsysteme im Atomkraftwerk Fukushima ausgefallen, was zu einer Kernschmelze in mehreren Reaktoren geführt hat.
Stromanbieter steht vor gewaltigen Entschädigungen
Der Stromanbieter Tepco sieht sich durch die Atomkatastrophe in einer extrem schwierigen Position. Die Höhe der Schadensersatzforderungen ist derzeit noch nicht einmal annähernd abschließend einzuschätzen. Klar ist, dass sie viele Milliarden betragen werden. Neben den direkten Auswirkungen durch die freigesetzte Radioaktivität in der Umgebung des AKW Fukushima haben viele Unternehmen, Landwirte und Fischer auch in anderen Landesteilen Schwierigkeiten, ihre Produkte international abzusetzen. Der Stromanbieter versprach, sich um diese Probleme zu kümmern. Für die Aktionäre bedeutet dies nichts Gutes, denn bereits jetzt haben ihre Firmenanteile nur noch ein Siebtel des Wertes, den sie vor der Katastrophe hatten. Für das letzte Geschäftsjahr bezifferte der Konzern erst kürzlich seinen Nettoverlust auf 11 Milliarden Euro ein Rekordwert in der japanischen Wirtschaft.
