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Stromanbieter RWE hält Bau neuer Gaskraftwerke für zu teuer
Stromanbieter RWE hält Bau neuer Gaskraftwerke für zu teuer13.07.2011, 15:56 Uhr
Für Experten ist es relativ simpel: Durch den Atomausstieg müssen neue Kapazitäten zur Stromerzeugung geschaffen werden. Da die erneuerbaren Energien die Lücke noch nicht schließen können, bedeutet dies den Bau neuer Gaskraftwerke und mancher Kohlekraftwerke. Doch für die Stromanbieter scheint dies derzeit nicht interessant zu sein.Stromanbieter halten weitere fossile Kraftwerke für unrentabelNachdem EnBW bereits erklärt hatte, derzeit kein Interesse am Bau neuer Gaskraftwerke zu haben, erteilt auch der Stromanbieter RWE dem Ansinnen der Fachleute eine Absage. Investitionen in neue fossile Kraftwerke lohnen sich für den Konzern nach Angaben des zuständigen Managers, Matthias Hartung, nicht. Die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Durchführung eines solchen Vorhabens seien derzeit nicht gegeben, so der Chef von RWE Technology. Die Strompreise seien nicht hoch genug, damit sich neue Gaskraftwerke bezahlt machten.
Strompreise nicht hoch genug für neue Gaskraftwerke?
Bei einem Strompreis von derzeit etwa 60 Euro je Megawattstunde lohne sich der Bau von Gaskraftwerken für den Stromanbieter nicht, so die Ansicht des Vorstandschefs. Als Untergrenze für eine rentable Kalkulation nannte Hartung einen Strompreis von mindestens 80 Euro pro Megawattstunde. Außerdem sei zu befürchten, dass mit dem zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien die konventionellen Kraftwerke in Zukunft immer weniger ausgelastet sein werden. Zudem habe die Einspeisung von Ökostrom Vorrang, was die Situation weiter erschwere. Möglicherweise könnte eine staatliche Förderung der Gaskraftwerke die Situation verändern, sagte Hartung weiter. Ob dies mit EU-Recht zu vereinbaren sei, bleibe jedoch abzuwarten.
