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Kaltreserve: Kohlekraftwerke oder Atomstrom als Puffer?
Kaltreserve: Kohlekraftwerke oder Atomstrom als Puffer?13.07.2011, 18:16 Uhr
Nach dem Abschalten zahlreicher Atomkraftwerke soll eine sogenannte Kaltreserve vorgehalten werden, mit der Stromschwankungen flexibel ausgeglichen werden können. Ob diese Reserve aus einem Atomkraftwerk oder aus fossilen Quellen stammen wird, ist noch nicht geklärt.Bundesnetzagentur entscheidet über KaltreserveDie ursprüngliche Idee, eines der abgeschalteten Atomkraftwerke als Kaltreserve vorzuhalten, stieß sowohl bei der Opposition als auch bei vielen Experten auf wenig Gegenliebe. Denn die Vorstellung, dass man ein Atomkraftwerk bei Bedarf einfach hochfahren kann, ist falsch. Da ein solcher Vorgang mehrere Tage dauern würde, wäre es technisch sinnlos, ein AKW als Kaltreserve vorzuhalten es sei denn, es würde auf einem minimalen Betrieb am Netz bleiben. Dann könnte von einer Abschaltung allerdings keine Rede mehr sein, so die Kritiker. Eine endgültige Entscheidung ist offenbar noch nicht gefallen. Die Bundesnetzagentur wies am Mittwoch Zeitungsberichte zurück, denen zufolge sie sich bereits für ein Atomkraftwerk als Kaltreserve entschieden habe.
Stromausfälle im Winter nur durch Atomkraftwerk zu verhindern?
Die Süddeutsche Zeitung hatte zuvor berichtet, dass der Chef der Behörde, Matthias Kurth, auf einer Konferenz geäußert habe, drohende Stromausfälle im Winter durch ein Atomkraftwerk abfangen zu wollen. Die Bundesnetzagentur nannte diese Darstellung verkürzt wiedergegeben. Derzeit werde vielmehr geprüft, ob auf die Bereithaltung eines Atomkraftwerks verzichtet werden könne, so Kurth in einem Interview für das Internetradio detektor.fm. Die Gesetze zur Energiewende sehen vor, dass die Bundesnetzagentur über die Notwendigkeit einer nuklearen Kaltreserve befindet und auch darüber entscheidet, welches der Atomkraftwerke hierfür genutzt werden soll, falls es dazu kommt. Kurth stellte klar, dass die Bundesnetzagentur in erster Linie nach geeigneten fossilen Kraftwerken (also Kohlekraftwerken etc.) suche, um kritische Versorgungslagen im Winter zu vermeiden.
