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Kommt jetzt der Atomausstieg in Japan?
Kommt jetzt der Atomausstieg in Japan?14.07.2011, 21:48 Uhr
Vor der Atomkatastrophe von Fukushima galt die Atomkraft in Japan als absolute Zukunftstechnologie, deren Anteil stark ausgebaut werden sollte. Doch nun hat sich alles geändert.Vor Fukushima sollte Atomkraft ausgebaut werdenDer japanische Premierminister Naoto Kan erklärte am Mittwoch, dass Japan sich schrittweise von der Atomenergie verabschieden werde. Ein genauer Zeitplan sei allerdings noch nicht beschlossen. Dennoch ist die Erklärung bemerkenswert, denn sie stellt eine komplette Kehrtwende der japanischen Energiepolitik dar. Rund 30 Prozent der Stromerzeugung wird in Japan durch Atomkraftwerke gewährleistet. Vor dem Erdbeben vom 11. März, das den Tsunami verursachte, der wiederum für die Kernschmelze in Fukushima verantwortlich war, gab es Pläne, den Anteil der Atomenergie auf über 50 Prozent bis zum Jahr 2030 anzuheben. Dies dürfte nun nicht mehr zur Debatte stehen.
Regierung will Atomkraftwerke sicherer machen
Der Ansicht von Premier Kan zufolge habe die Regierung keine andere Wahl mehr, als den Ausbau der Kernkraft ein für alle Mal zu Grabe zu tragen. Die großen Risiken der Atomkraftwerke seien ihm erst durch die Katastrophe von Fukushima bewusst geworden, so Kan weiter. Vergangene Woche hatte die Regierung in Tokio umfassende Sicherheitstests der verbliebenen Atomkraftwerke angekündigt, um die Bedenken in der Bevölkerung auszuräumen. Ein schneller Atomausstieg ist in Japan technisch kaum denkbar, weil keine ausreichenden Alternativen zur Verfügung stehen.
