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Datteln: Stromanbieter E.ON will alte Kohlekraftwerke weiter betreiben
Datteln: Stromanbieter E.ON will alte Kohlekraftwerke weiter betreiben18.07.2011, 19:04 Uhr
Vor Gericht will der Stromanbieter notfalls ziehen, um den Weiterbetrieb seiner alten Kohlekraftwerke in Datteln durchzusetzen. Ursprünglich sollten sie zum 31. Dezember 2012 vom Netz gehen.Stromanbieter will notfalls vor Gericht ziehenIm Jahr 2006 hatte E.ON erklärt, dass die alten Blöcke des Kohlekraftwerks in Datteln Ende Dezember 2012 abgeschaltet werden sollten. Doch aufgrund der Verzögerungen beim Neubau des Kohlekraftwerks hatte der Stromanbieter diese Entscheidung widerrufen. Die alten Meiler könnten erst dann vom Netz gehen, wenn das neue Kraftwerk in Betrieb gehe, so der Standpunkt des Energiekonzerns. Anders sei es gar nicht möglich, so der Chef von E.ON, Johannes Teyssen, gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Ein Viertel der Züge der Deutschen Bahn beziehen demzufolge ihren Strom aus den alten Kohlekraftwerken. Dazu kommen 100.000 Haushalte, die Fernwärme aus Datteln nutzen. Einen Weiterbetrieb werde E.ON notfalls auch vor Gericht durchsetzen, so Teyssen.
Ministerium: Stromanbieter hatte keine Bedingungen genannt
Die Landesregierung in Düsseldorf weist die Forderung von E.ON hingegen zurück. Wie das Umweltministerium erklärte, habe der Stromanbieter seinerzeit die Zusage, die Alt-Kraftwerke in Datteln abzuschalten, nicht an irgendwelche Bedingungen geknüpft. Sollte es versorgungstechnisch notwendig sein, könne unter Umständen ein Weiterbetrieb über das Jahr 2012 hinaus geduldet werden, so das Ministerium. Die Zukunft des Neubaus im Kohlekraftwerk Datteln ist hingegen ungewiss. Der Bebauungsplan war 2009 wegen formaler Fehler vom Oberverwaltungsgericht Münster für ungültig erklärt worden. Die Pläne sollen zwar geändert werden, doch es gilt als unwahrscheinlich, dass der Stromanbieter das Kraftwerk noch im geplanten Zeitraum fertigstellen kann.
