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BDI-Chef zweifelt nach Atomausstieg an Klimazielen
BDI-Chef zweifelt nach Atomausstieg an Klimazielen22.07.2011, 15:37 Uhr
Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) glaubt nicht, dass die ehrgeizigen Klimaziele mit dem Atomausstieg vereinbar sind. Er fürchtet zudem um den Standort Deutschland.Macht Atomausstieg die Klimaziele unerreichbar?Gegenüber dem Manager Magazin äußerte sich BDI-Präsident Hans-Peter Keitel zu der Frage, ob die Klimaziele Deutschlands, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren (bezogen auf 1990), noch zu erreichen sind. Er bezweifelt, dass dies angesichts des schnellen Atomausstiegs noch zu schaffen ist. Die Abschaltung der Atomkraftwerke werde zwangsläufig dazu führen, dass mehr Kohlendioxid für die Energieerzeugung ausgestoßen wird. Deutschland wolle überall gleichzeitig zum Vorbild für die restliche Welt werden, doch müsse man auch auf die Realisierbarkeit der Ziele achten, so Keitel.
Industrie fürchtet Wettbewerbsnachteile durch Atomausstieg
Deutschland müsse nach seiner Überzeugung in der Energiepolitik ambitionierter bleiben als die Nachbarn in Europa, doch dürfe dies nicht zu Lasten des Standorts Deutschland gehen. Die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen dafür müssten ebenfalls geschaffen werden, sagte der BDI-Präsident weiter. Deutschland hatte nach dem Atomunglück von Fukushima einen Atomausstieg innerhalb der nächsten zehn Jahre beschlossen und bereits acht Atomkraftwerke direkt vom Netz genommen. Die Industrie fürchtet dadurch höhere Strompreise und Nachteile im internationalen Wettbewerb, vor allem für Branchen mit hohem Energieverbrauch.
