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Ökostrom: Bahn kein Vorbild für deutsche Industrie?
Ökostrom: Bahn kein Vorbild für deutsche Industrie?25.07.2011, 15:28 Uhr
Am Montag unterschrieben die Chefs der Deutschen Bahn und des Stromanbieters RWE ihren Vertrag zur Lieferung von Ökostrom im Wert von 1,3 Milliarden Euro. Für den BDI hat dies aber keine Signalwirkung für die restlichen Industriezweige.BDI: Strompreise wichtiger als Grünstrom-ImageDie Deutsche Bahn verbraucht soviel Strom wie die ganze Stadt Berlin und gilt damit als der größte Stromverbraucher des Landes. Der Atomausstieg zwingt daher zur Suche nach Alternativen. 14 Wasserkraftwerke, mit denen der Stromanbieter RWE ab 2014 Ökostrom an die Bahn liefern wird, sind hierauf eine mögliche Antwort. Für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat diese Entscheidung aber kaum eine Auswirkung auf andere Branchen. Im einem Interview mit dem ZDF äußerte sich Dr. Carsten Rolle für den BDI und verwies darauf, dass Industriezweige ohne großen Kundenkontakt mehr auf die Strompreise im internationalen Wettbewerb achten müssten als auf das grüne Image ihrer Stromerzeugung. Dies sei beispielsweise bei der Stahlindustrie der Fall.
DIW: Günstige Strompreise auch bei Ökostrom möglich
Dieser Ansicht widersprach im gleichen Bericht Professor Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Sie sagte, dass günstige Strompreise und Ökostrom heutzutage längst kein Gegensatz mehr sein müssen. Dies zeige das Beispiel der Deutschen Bahn, die mit dem Einsatz von Wasserkraft sowohl günstige Strompreise zahle als auch ihren Anteil am Ökostrom aufstocken könne. Strom aus Wasserkraft gilt allgemein als relativ günstige Form der Stromerzeugung. Das DIW erwartet Kemfert zufolge im Übrigen nicht, dass die Strompreise wegen des Atomausstiegs im Übermaß ansteigen werden.
