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Strompreise: Industrie droht mit Abwanderung ins Ausland
Strompreise: Industrie droht mit Abwanderung ins Ausland08.08.2011, 17:34 Uhr
Verschiedene Industrieunternehmen drohen damit, ihre Standorte in Deutschland wegen der hohen Strompreise zu schließen und Aktivitäten ins Ausland zu verlegen.Deutschland hat die höchsten Strompreise in der EUGegenüber der Wirtschaftswoche erklärte der Chef des Chemiekonzerns Bayer, Marijn Dekkers, dass sich ein global operierendes Unternehmen wie Bayer angesichts hoher Strompreise in Deutschland überlegen könne, seine Produktion in Länder zu verlagern, die niedrigere Energiekosten bieten könnten. Es sei wichtig, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern wettbewerbsfähig bleibe, so Dekkers. Für die energieintensive Chemieindustrie werde Deutschland als Produktionsstandort zunehmend unattraktiver. Die Strompreise seien heute schon auf dem höchsten Niveau innerhalb der EU. Bayer investiere deswegen bereits verstärkt in China.
Ökostrom mit teuren Zusatzkosten
Ähnlich äußerte sich der Chef des Telekommunikationsunternehmens 1&1, Robert Hoffmann. Er lobte die Bedingungen für Datensicherheit und Datenschutz in Deutschland, kritisierte aber die hohen Strompreise. Zu viele Abgaben erhöhten die Energiekosten unnötig, so Hoffmann gegenüber der Wirtschaftswoche. So beziehe 1&1 beispielsweise ausschließlich Ökostrom aus norwegischen Wasserkraftwerken, müsse aber dennoch die EEG-Umlage zahlen. Dies sei eine ungerechtfertigte Doppelbelastung. Sein Unternehmen stelle sich daher die Frage, ob es nicht mehr Sinn mache, nach Standorten zu suchen, wo Ökostrom ohne Zusatzkosten zur Verfügung stehe.
