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Gewerkschaft: Stromanbieter E.ON hat Vertrauen verspielt
Gewerkschaft: Stromanbieter E.ON hat Vertrauen verspielt18.08.2011, 15:22 Uhr
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist von den drastischen Sparplänen des Energieversorgers aus mehreren Gründen verärgert. Von mehrfachem Tabubruch spricht der Landeschef der Gewerkschaft, Detlef Ahting.Verdi: Stromanbieter begeht doppelten TabubruchIn Hannover äußerte sich der Gewerkschaftsvertreter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) über die Pläne von E.ON, bis zu 11.000 Arbeitsplätze weltweit zu streichen und verschiedene Konzerntöchter zu schließen. Vor allem kritisiert Ahting die Art und Weise, wie der Stromanbieter vorgegangen ist. Hierin sieht Verdi seit Gründung der E.ON AG gleich zwei Tabubrüche. Einen solchen Eklat habe es auch zu Zeiten der Vorgängerunternehmen VEBA und VIAG in dieser Form nie gegeben, so Ahting. Zum einen sei es immer selbstverständlich gewesen, dass selbst bei einer Umstrukturierung des Konzerns auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wurde. Vergangene Woche hatte E.ON-Chef Teyssen dies nicht mehr ausschließen wollen. Zum anderen sei bislang der Betriebsrat stets miteinbezogen worden, wenn es um Umbauten innerhalb des Konzerns gegangen sei. Dem Vorstandsvorsitzenden des Energiekonzerns warf Ahting vor, bei den Beschäftigten tiefe Enttäuschung und Frust verursacht zu haben.
Stromanbieter soll Belegschaft vor November informieren
Die Begründung für den Stellenabbau falle ebenfalls unpassend aus, so der Verdi-Landeschef weiter. Zwar sei es richtig, dass der Gewinnrückgang durch den Atomausstieg eine neue Situation für den Stromanbieter darstelle. Doch selbst mit einer Belastung von 1,9 Milliarden Euro bliebe für den Konzern unter dem Strich noch einiges übrig. Nicht gerechnet habe man bei der Gewerkschaft mit der Tatsache, dass die Belegschaft für strategische Fehler im Management haftbar gemacht werde. Dies habe mit der Atomwende überhaupt nichts zu tun, sagte Ahting. Er verlangte von der Konzernleitung, die Gewerkschaften und Betriebsräte schon vor der Entscheidung im November über die Details der Kürzungen einzuweihen.
