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Energiewende mit Geothermie: Unabhängigkeit vom Wetter

Energiewende mit Geothermie: Unabhängigkeit vom Wetter19.08.2011, 16:19 Uhr

Ein Problem der Energiewende liegt in der Abhängigkeit von äußeren Bedingungen. Scheint die Sonne nicht und weht kein Wind, fließt kein Ökostrom. Selbst Wasserkraftwerke funktionieren nur dann, wenn genügend Regen die Stauseen füllt.Stromerzeugung mit Geothermie
Die Energiewende wird von manchem Kritiker auch deshalb abgelehnt, weil die Stromversorgung im großen Maßstab allzu stark vom Wetter abhängt. Vergleichsweise wenig verbreitet und noch im Versuchsstadium ist die Nutzung von Erdwärme, die sogenannte Geothermie. Hier wird die natürliche Wärme im Inneren der Erde zur Stromerzeugung genutzt. In großen Tiefen befinden sich häufig wasserführende Schichten. Dieses kochend heiße Wasser ist wegen des hohen Drucks immer noch flüssig und kann somit relativ einfach mit Pumpen gefördert werden. Verbraucht wird das Wasser dabei nicht, denn es gibt seine Energie über Wärmetauscher an externe Wasserbehälter ab, in denen Dampf erzeugt wird. Dieser Dampf treibt dann die Turbinen zur Stromerzeugung an. Geothermie-Kraftwerke liefern dabei nicht nur Strom, sondern auch Wärme – vollkommen klimaneutral und unabhängig von Witterungseinflüssen. Der Stromverbrauch der erforderlichen Pumpen ist übrigens kein Problem, da die Geothermie im Gegenzug ein Vielfaches an Strom erzeugt.

Teure Bohrungen – hohe Strompreise?
Obwohl keine Emissionen und auch kein Abfall bei der Stromerzeugung mit Geothermie anfällt, sind die Geothermie-Kraftwerke nicht ohne Risiko. In solch tiefen Schichten zu bohren, kann eine heikle Angelegenheit werden. Manche Experten halten unvorhergesehene Unfälle für möglich – bis hin zur Auslösung von Erdbeben, wie es in der Schweiz schon passiert ist. Und im vergangenen Jahr waren bei einer Testbohrung für Geothermie in Wiesbaden Teile der Innenstadt unter Wasser gesetzt worden. Die Kosten sind derzeit ebenfalls noch ein Hinderungsgrund für viele Stromanbieter, in die Erdwärme-Nutzung zu investieren. Die Bohrung in 5 Kilometern Tiefe ist sehr aufwändig und kostet gut und gerne über zehn Millionen Euro. Schlägt sie fehl, weil schlicht an der falschen Stelle gebohrt wurde, kostet jede weitere Bohrung die gleiche Summe. Die Strompreise würden also sehr davon abhängen, welche Investitionen für die erfolgreiche Geothermie-Nutzung erforderlich waren, was aber kaum vorhersagbar ist.



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Ökostrom Stromanbieter Das Ablösen von Kernkraft, Erdöl und Kohle in der Energieerzeugung hat besonders seit dem Reaktorvorfall in Fukushima wieder höchste Priorität in Deutschland. Der Anteil von Ökostrom ist bei dem in Deutschland erzeugten Strom in den letzten Jahren rapide angestiegen. Im Jahre 2011 lag der Anteil bei 15,6 Prozent und soll laut Bundesregierung im Jahre 2020 bei 38 Prozent liegen.


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