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Kaltreserve: Grüne halten Atomkraftwerk Biblis für ungeeignet
Kaltreserve: Grüne halten Atomkraftwerk Biblis für ungeeignet22.08.2011, 16:56 Uhr
Nach der Abschaltung der im Rahmen des Atomausstiegs stillgelegten Atomkraftwerke kam die Frage auf, ob man ein Kraftwerk als sogenannte Kaltreserve betriebsbereit halten sollte, um im Winter mögliche Stromschwankungen abfangen zu können. Für die Grünen kann dabei das AKW Biblis B nicht für diese Rolle in Frage kommen.Konzept der Kaltreserve mit Atomkraftwerken umstrittenDie Bundesnetzagentur ist verantwortlich für die Entscheidung, ob eine Kaltreserve notwendig ist und ob sie mit Atomkraftwerken gedeckt werden kann. Viele Fachleute halten ein AKW in dieser Rolle grundsätzlich für ungeeignet, weil ein Atomreaktor nur mit erheblicher Verzögerung an- und abgeschaltet werden kann. Um tatsächlich kurzfristig auf Schwankungen im Stromnetz reagieren zu können, müsste also ein Atomkraftwerk quasi auf Minimalbetrieb gehalten werden eine Abschaltung wäre dies dann aber nicht mehr.
Grüne: Biblis B hat zu hohes Ausfallrisiko als Kaltreserve
Unabhängig von dieser Grundsatzdiskussion über die Kaltreserve haben die hessischen Grünen nun darauf hingewiesen, dass das Atomkraftwerk Biblis B, das bereits öfter für eine mögliche Kaltreserve genannt wurde, hierfür eher nicht in Frage komme. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im hessischen Landtag, Al-Wazir, hält es einer Mitteilung zufolge sogar für absurd. Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom Montag beziehen die Grünen sich auf eine Liste des Bundesumweltministeriums über die Anzahl meldepflichtiger Ereignisse in Atomkraftwerken nach einem Wiederanfahren. Dabei seien 21 von 86 Vorfällen alleine auf Biblis B entfallen. Ein Atomkraftwerk, das als Kaltreserve dienen sollte, dürfe kein derart hohes Ausfallrisiko haben, so die Grünen.
