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Kohlekraftwerk Mannheim soll Kaltreserve übernehmen
Kohlekraftwerk Mannheim soll Kaltreserve übernehmen29.08.2011, 13:19 Uhr
Falls es zu Stromengpässen kommen sollte, müsste unter Umständen wieder ein Atomkraftwerk angefahren werden. Da diese atomare Kaltreserve umstritten ist, scheint sich nun eine andere Lösung anzubieten das Kohlekraftwerk Mannheim soll die Funktion übernehmen.Bundesnetzagentur über Kohlekraftwerk informiertUm das Wiederanfahren eines Atomkraftwerks als Kaltreserve zu verhindern, hat die Landesregierung von Baden-Württemberg der Bundesnetzagentur angeboten, das Kohlekraftwerk Mannheim als konventionelle Kaltreserve zu Verfügung zu stellen. Bereits im Oktober könnte die Genehmigung für den dritten Block der Anlage erteilt werden. Eine konventionelle Kaltreserve würde sich beim Großkraftwerk Mannheim geradezu anbieten, so die Landesregierung in einer Mitteilung vom Freitag. Das Umweltministerium informierte demnach die für die Kaltreserve zuständige Bundesnetzagentur über die Möglichkeiten.
Atomare Kaltreserve vom Tisch?
Wie es aus Stuttgart weiter hieß, gehe man davon aus, dass die Frage einer atomaren Kaltreserve mit der Bereitstellung des Kohlekraftwerks in Mannheim erledigt sei. Nach dem Beschluss zum Atomausstieg und der Stilllegung von acht alten Atomkraftwerken hat die Bundesnetzagentur als verantwortliche Behörde in den letzten Wochen geprüft, wie eventuelle Stromengpässe aufgefangen werden können, wie sie beispielsweise bei extremen Wetterlagen durch den Ausfall erneuerbarer Energiequellen entstehen. Diese Woche will die Bundesnetzagentur bekanntgeben, welche Anlagen für eine Kaltreserve in Frage kommen. Die Idee, ein Atomkraftwerk in der Hinterhand zu behalten stieß aus mehreren Gründen bislang auf wenig Gegenliebe. Man kann Atomreaktoren aus technischen Gründen nicht schnell hoch- und runterfahren, ohne es ständigauf Minimalbetrieb weiterlaufen zu lassen. Somit wäre nach Meinung vieler Kritiker der Atomausstieg nicht wirklich komplett.
