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Endgültiges Aus für AKW Biblis B Stromanbieter bereitet Rückbau vor
Endgültiges Aus für AKW Biblis B Stromanbieter bereitet Rückbau vor01.09.2011, 11:36 Uhr
Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Kaltreserve ist das endgültige Aus für den Block B des Atomkraftwerks Biblis nun sicher. Bisher war der Reaktor als möglicher Standort für eine atomare Kaltreserve im Gespräch.Stromanbieter muss AKW zurückbauenWie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte, wird die Kaltreserve für mögliche Stromengpässe nicht mit Strom aus Atomkraftwerken bestritten werden. Zur Stabilisierung des Netzbetriebs sollen Kohlekraftwerke dienen, die in Notfällen schnell die Strommengen produzieren können, die im Stromnetz unter bestimmten Bedingungen fehlen könnten. Die Idee einer atomaren Kaltreserve ist somit endgültig vom Tisch. Für das hessische Atomkraftwerk Biblis B, das in den vergangenen Wochen noch in der Diskussion für die Rolle als Reservekraftwerk war, bedeutet dies nun das endgültige Aus. Sowohl die hessische Landesregierung als auch die Opposition hatten die Kaltreserve in Biblis abgelehnt. Der Stromanbieter RWE, der das Kraftwerk betreibt, wird nun strategische Entscheidungen zum Rückbau des AKW vorbereiten.
Nichtnukleare Nutzung von Biblis denkbar?
Ganz vorbei könnte es mit Biblis aber dennoch nicht sein, denn nach einem Vorschlag der Bundesnetzagentur könnten zumindest Teile des AKW noch dienlich sein. So könnten die Turbinen des Atomkraftwerks zur nichtnuklearen Stromerzeugung weiterhin eingesetzt werden. Ob der Stromanbieter RWE an einer solchen Nutzung Interesse hätte, ist allerdings unklar. In Hessen stößt die Entscheidung der Netzagentur über die Kaltreserve auf breite Zustimmung. Die CDU teilte mit, dass es gut sei, die Energieversorgung ohne nukleare Kaltreserve sicherstellen zu können. Die FDP warf der Opposition Panikmache in der Diskussion der vergangenen Wochen vor, während die SPD von einer guten Nachricht sprach. Auch Linke und Grüne freuen sich über das absehbare Ende von Biblis. Lediglich die Beschäftigten des Atomkraftwerks hätten sich über eine atomare Kaltreserve an ihrem Standort sicher gefreut. Was mit den Arbeitsplätzen geschieht, ist bislang noch nicht geklärt.
