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Stromanbieter TelDaFax: Insolvenzverfahren eröffnet

Stromanbieter TelDaFax: Insolvenzverfahren eröffnet01.09.2011, 15:23 Uhr

Schon im Juni hatte der angeschlagene Konzern Insolvenz angemeldet, doch erst jetzt hat das zuständige Amtsgericht das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet. Damit können die Gläubiger nun auch ihre Ansprüche anmelden.Zu niedrige Strompreise hatten in die Insolvenz geführt
Am Donnerstag teilte das Amtsgericht Bonn mit, dass das Insolvenzverfahren gegen den Stromanbieter TelDaFax formell eröffnet wurde. Insgesamt sind acht Gesellschaften des Unternehmens betroffen. Anfang November sollen dann die Gläubigerversammlungen stattfinden. Am 14. Juni hatte der Energieversorger Insolvenz angemeldet, nachdem die Zahlungsschwierigkeiten immer offensichtlicher geworden waren. Kurz darauf wurde auch die Belieferung der Endkunden ausgesetzt. Viele Kunden wurden durch günstige Gas- und Strompreise geworben und zahlten ihre Kontingente im Voraus. Mit diesen Geldern hatte TelDaFax dann die laufenden Geschäfte bestritten. Da die niedrigen Tarife aber die Kosten nicht hatten decken können, brach das Finanzmodell schließlich zusammen. Aus diesem Grund ermittelt die Staatsanwaltschaft Bonn wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung.

Stromanbieter schuldet vielen Kunden Geld
Nach der formellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens können die Gläubiger nun auch ihre Forderungen anmelden, was während des bisherigen vorläufigen Verfahrens noch nicht möglich gewesen war. Aufgrund der desolaten Finanzlage schätzen Verbraucherschützer die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass Kunden ihre Vorauszahlungen noch zurückbekommen können. Die Endkunden sind mit dem Insolvenzverfahren prinzipiell auch zu normalen Gläubigern von TelDaFax geworden. Es gab in den vergangenen Wochen zwar immer wieder Berichte über mögliche Investoren, mit deren Hilfe zumindest die Weiterbelieferung der Kunden mit Strom und Gas gesichert werden könnte, aber unter dem Strich sieht es eher schlecht aus. Daher gilt: Wer einen günstigen Stromanbieter sucht, sollte nach Möglichkeit auf Kautionen und hohe Vorauszahlungen verzichten. Die niedrigen Strompreise mögen verlockend sein, doch man darf nie vergessen, dass ein Insolvenzrisiko besteht und der Stromanbieter bei Vorauskasse im Prinzip von einem zinslosen Kredit der Kunden profitiert, so die Empfehlung der Verbraucherzentralen.



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