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Ostseepipeline: Erstes Gas fließt nach Deutschland
Ostseepipeline: Erstes Gas fließt nach Deutschland06.09.2011, 20:16 Uhr
Erstmals wird direkt Gas über die Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland gepumpt, ohne dafür durch Transitländer geleitet werden zu müssen. Der russische Ministerpräsident Putin drehte persönlich den Hahn auf.Ostseepipeline wird teurer als geplantNahe der Stadt Wyborg, die sich dicht an der russisch-finnischen Grenze befindet, öffnete Putin am Dienstag das Ventil, welches die insgesamt 1224 Kilometer lange Pipeline mit Gas befüllen wird. Dabei handelt es sich zunächst um technisches Gas, mit dem der Druck innerhalb der Rohrleitungen aufgebaut werden soll. Echte Erdgaslieferungen wird es Putin zufolge im Herbst geben. Dann wird Deutschland erstmals direkt mit russischem Gas durch die Ostseepipeline versorgt werden. Die Leitung hat etwa 7,4 Milliarden Euro gekostet und gilt als eines der ehrgeizigsten Energieprojekte Europas. Aus den Kreisen der russischen Regierung werden allerdings auch höhere Summen von bis zu 8,8 Milliarden Euro genannt, die sich aus angeblichen Zinsen ergeben sollen.
Höhere Energiesicherheit bei Gaslieferungen aus Russland
Die Pipeline durch die Ostsee war in den Nachbarländern nicht gut angekommen. Besonders Polen sah sich durch die direkte Verbindung zwischen Russland und Deutschland ausgeschlossen. Deutschland verspricht sich durch die Anbindung aber eine höhere Energiesicherheit für Europa. Durch die direkten Lieferungen zwischen Wyborg und Lubmin sollen die Unwägbarkeiten bei Problemen mit den Transitländern ausgeschaltet werden. In der Vergangenheit hatten Streitigkeiten um Gaspreise zwischen Russland und der Ukraine wiederholt zu Sperren geführt, die sich auch auf die Gaslieferungen nach Westeuropa ausgewirkt hatten.
