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Atomausstieg: Siemens verabschiedet sich von Atomgeschäft
Atomausstieg: Siemens verabschiedet sich von Atomgeschäft19.09.2011, 11:54 Uhr
Angesichts der deutschen Energiewende hat der Industriekonzern Siemens beschlossen, sich aus dem Atomgeschäft zurückzuziehen. Das Unternehmen will sich künftig auf die Herstellung von Komponenten konzentrieren, die auch in konventionellen Kraftwerken verwendet werden können.Siemens reagiert auf AtomausstiegIn einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel erklärte der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Peter Löscher, dass der Konzern sich nach dem Beschluss über den Atomausstieg komplett aus dem Atomgeschäft zurückziehe. Das Kapitel sei für das Unternehmen abgeschlossen. Statt sich auf die Produktion kompletter Atomkraftwerke zu spezialisieren, werde Siemens in Zukunft Dampfturbinen und andere Komponenten für Kraftwerke herstellen, die sich beispielsweise auch in Kohlekraftwerken für die Stromerzeugung verwenden ließen, so Löscher. Damit reagiere der Konzern auf die klare Positionierung von Politik und Gesellschaft zum Atomausstieg als Antwort auf die Atomkatastrophe in Japan. Der Verzicht auf das Atomgeschäft soll Siemens dabei keinerlei Extrakosten verursachen, wie das Unternehmen betont.
Atomkraftgegner bleiben skeptisch
Kritisiert wird Siemens unterdessen von Atomkraftgegnern. Da die Firma weiterhin Komponenten produziere, die auch in Atomkraftwerken verwendet werden könnten, sei dies hinsichtlich eines Abschieds vom Atomgeschäft inkonsequent, so die Anti-Atom-Bewegung Ausgestrahlt. Sie forderte Siemens zu einem kompletten Verzicht beim Bau von Atomkraftwerken auf. Der Industriekonzern hatte erst kürzlich dem französischen Atomkonzern Areva die Zusammenarbeit aufgekündigt, was mit hohen Kosten verbunden war. Daher will man den russischen Partner Rosatom bei Siemens nun nicht verärgern und strebt nach den Worten von Löscher eine Zusammenarbeit auf anderen Feldern an.
