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Japan: Demonstrationen gegen Atomkraftwerke
Japan: Demonstrationen gegen Atomkraftwerke19.09.2011, 21:19 Uhr
Für japanische Verhältnisse sind Großdemonstrationen eine absolute Ausnahme. Doch seit Fukushima haben die Bürger zum Großteil die Atomkraftwerke im Land satt. In Tokio gingen Zehntausende auf die Straße und verlangten einen Atomausstieg.Proteste gegen Atomkraftwerke nehmen zuRund 60.000 Teilnehmer zogen nach Angaben des Veranstalters der Demonstration durch die Straßen der japanischen Hauptstadt Tokio, um gegen die Nutzung der Atomenergie im Lande zu protestieren. Mit Rufen wie: Keine Atomkraftwerke mehr! oder Keine Fukushimas mehr brachten sie ihr Anliegen auf den Punkt. Bei der Demonstration handelte es sich um die größte Protestveranstaltung seit dem Erdbeben im März. Nach einem durch das Beben verursachten Tsunami war es im Atomkraftwerk von Fukushima zur Kernschmelze in mehreren Reaktoren gekommen. Dabei waren große Mengen an Radioaktivität freigesetzt worden.
Neues Energiekonzept für mehr Ökostrom angekündigt
Japans neuer Ministerpräsident Yoshihiko Noda hat angekündigt, demnächst ein neues Energiekonzept für das Land vorzustellen. Dabei soll ein deutlicher Schwerpunkt auf die erneuerbaren Energien gelegt werden. In den letzten Wochen häufen sich Berichte über eine radioaktive Verseuchung von Trinkwasser, Lebensmitteln und die Verbreitung von Strahlung, die unter anderem nach Regenfällen durch belasteten Schlamm verteilt wird. Die japanische Wirtschaft leidet stark unter den Einbußen durch die Atomkatastrophe und den Folgen des Erdbebens. Hinzu kommt eine Stromknappheit, die durch die fehlenden Kapazitäten bei der Stromerzeugung die Industrie immer wieder zur Drosselung der Produktion gezwungen haben. Die staatlich verordneten Anweisungen zum Stromsparen sind allerdings inzwischen größtenteils wieder außer Kraft gesetzt worden.
