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Österreichs Stromanbieter wollen Deutschlands Stromversorgung sichern29.09.2011, 16:27 Uhr
Sollte es nach der Abschaltung der acht ältesten Atomkraftwerke in Deutschland während des Winters einen Stromengpass geben, wollen die österreichischen Energieversorger ihre Reserven bereitstellen, um die Versorgung des Nachbarn zu sichern.Stromanbieter können zusätzlich 1100 Megawatt bereitstellen
Wie das "Handelsblatt" in seiner Ausgabe vom Donnerstag geschrieben hat, haben sich die beiden größten Stromanbieter Österreichs, die Verbund AG und die Energieversorgung Niederösterreich (EVN) gemeinsam mit den Stadtwerken Wien darauf verständigt, zusätzliche Kapazitäten bei der Stromerzeugung bereitzuhalten. Speziell in und um Wien gebe es zahlreiche Gaskraftwerke, die im Bedarfsfall schnell weiteren Strom produzieren könnten, sollte es in Deutschland zu einem Engpass bei der Stromversorgung kommen. Insgesamt ist von einer Leistung von 1100 Megawatt die Rede, die in das deutsche Stromnetz zusätzlich eingespeist werden könnten. Dies entspricht in etwa der Leistung eines Atomkraftwerks.
Stromausfälle könnten auch Österreich betreffen
Gegenüber dem "Handelsblatt" äußerte sich der Vorstandschef der Verbund AG, Wolfgang Anzengruber, zu dem Vorhaben der österreichischen Stromanbieter. Gerade im Winter gebe es oft einen erhöhten Strombedarf, während die Erzeugung bei den erneuerbaren Energien witterungsbedingt deutlich absinke, so der Manager. Die Bereitschaft, die deutschen Engpässe auszugleichen, ist dabei nicht ganz uneigennützig. Durch die enge Verbindung zwischen dem deutschen und österreichischen Stromnetz könnten sich Stromausfälle in Deutschland auch rasch auf Österreich auswirken, so das Handelsblatt weiter. Nach dem Beschluss zum Atomausstieg haben Experten immer wieder vor möglichen Stromengpässen in Deutschland gewarnt, die speziell im Winter zum Tragen kommen könnten. Die Bundesnetzagentur hat aus diesem Grund eigens verschiedene Kraftwerke als Kaltreserve bestimmt, die im Notfall die benötigte Energie liefern sollen.
