Stromversorgung: Bundesnetzagentur befürchtet keine Engpässe11.10.2011, 16:34 Uhr
Zum wiederholten Male hat die Bundesnetzagentur ihre Einschätzung bekräftigt, dass es durch den Atomausstieg in Südwestdeutschland voraussichtlich nicht zu einem Stromengpass im Winter kommen werde. Vor einigen Wochen hatte die Behörde das Großkraftwerk Mannheim (GKM) als konventionelle Kaltreserve designiert, nachdem zuvor die Möglichkeit einer atomaren Kaltreserve aus praktischen und technischen Gründen als wenig attraktiv erschienen war. Speziell für die durch den Atomausstieg besonders betroffenen Regionen in Süddeutschland wird der Block 3 des Kohlekraftwerks Mannheim im Fall der Fälle hochgefahren, um Probleme im Stromnetz zu verhindern.
Bundesnetzagentur erläutert Einzelheiten zur Kaltreserve
Nach dem Atomausstieg gab es bei vielen Fachleuten die Befürchtung, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Stromversorgung gefährdet sein könnte. Ohne die Atomkraftwerke könnte es beispielsweise bei bestimmten Wetterlagen im Winter zu einem Einbruch bei der Erzeugung von Ökostrom kommen und damit zu einem Engpass führen. Das Konzept der Kaltreserve soll genau dies verhindern. Auf einer Informationsveranstaltung in Mannheim ging Bernd Westphal von der Bundesnetzagentur auf die Einzelheiten der Einbeziehung des GKM ein. Derzeit läuft das Kohlekraftwerk im Regelbetrieb mit vier von fünf Blöcken. Im Falle eines drohenden Engpasses würde dann der letzte Block ebenfalls hochgefahren. Dies sei technisch innerhalb von 12 Stunden möglich.
Belastungen durch Kohlekraftwerk steigen nicht
Befürchtungen in der Bevölkerung von Mannheim, dass die Anwohner des GKM durch die Kaltreserve noch stärker durch Emissionen belastet werden könnten, wies das Umweltministerium von Baden-Württemberg inzwischen zurück. Man verweist dort auf die im Genehmigungsplan vorgesehenen engen Richtlinien für die Betriebsdauer, die nur einen begrenzten Betrieb der Kaltreserve vorsehen. Insgesamt werde sich die Belastung nicht erhöhen, so das Ministerium. Für die Bundesnetzagentur kann die Kaltreserve indes nur eine kurzfristige Lösung sein, da diese „Flickschusterei“ laut Behördenmitglied Westphal langfristig durch den Ausbau neuer Stromnetze und entsprechender Kraftwerke abgelöst werden müsse, um auch künftig ein stabiles System zur Stromversorgung zu gewährleisten.