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Energiepreise treiben Inflation auf Drei-Jahres-Hoch13.10.2011, 15:27 Uhr
Die Lebenshaltungskosten sind im September 2011 so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um ganze 2,6 Prozent. Im Vergleich zum August stiegen die Preise im September insgesamt um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Hinzu kommt, dass der wirtschaftliche Aufschwung offenbar jetzt auch in Deutschland stark gebremst wird.
Energiekosten um mehr als elf Prozent gestiegen
Demnach sind vor allem die drastisch gestiegenen Energiepreise an dem Inflationsanstieg schuld, so die Auswertung der Statistiker im Detail. Die Energiekosten sind den Berechnungen zufolge innerhalb eines Jahres um 11,2 Prozent gestiegen und erklären damit bereits die Hälfte der gesamten Teuerungsrate, hieß es weiter. Speziell der extrem gestiegene Ölpreis hat die Geldbeutel der Verbraucher im vergangenen Jahr auf verschiedene Weise belastet. Ganz offensichtlich ist der Anstieg natürlich an der Tankstelle zu beobachten, wo die Spritpreise die Autofahrer seit Monaten verzweifeln lassen. Aber der Ölpreis hat auch Auswirkungen auf die restliche Preisentwicklung auf dem Energiesektor. So steigen die Gaspreise wegen der Ölpreisbindung ebenfalls inzwischen wieder stärker an – zahlreiche Gasanbieter haben entsprechende Tariferhöhungen für den Herbst angekündigt oder bereits sogar durchgeführt.
Auch Strompreise könnten weiter steigen
Der Anteil von Öl bei der Stromerzeugung ist in Deutschland eher zu vernachlässigen, weswegen sich die hohen Ölpreise nicht unbedingt auch direkt auf die Strompreise auswirken. Doch die insgesamt hohen Energiekosten belasten die Verbraucher sowohl direkt als auch indirekt. Schon die Strompreiserhöhung vom Jahresbeginn hat bei vielen Kunden zu einem Wechsel des Stromanbieters geführt. Am Freitag wird die zukünftige Höhe der EEG-Umlage für 2012 bekannt gegeben, die im vergangenen Jahr mit ihrer drastischen Anhebung vielerorts als Grund für die höheren Strompreise gedient hatte. Wenigstens hier scheint es nicht ganz so schlimm zu werden wie befürchtet, denn Presseberichten zufolge soll die Ökostrom-Umlage nur um einen geringen Betrag steigen. Die Stromanbieter bereiten die Kunden indes schon seit einiger Zeit auf weiter steigende Stromtarife vor – der Atomausstieg und die Energiewende belasten nicht nur die vier großen Energiekonzerne, sondern wirken sich über sekundäre Mechanismen wie dem Netzausbau auch auf die Kosten für alle Versorger aus, welche dann an die Endkunden weitergegeben werden müssen.